Das deutsche Finanzministerium erwägt, Ministerien zu bestrafen, die die Umsetzung eines 500 Milliarden Euro schweren Investitionsplans verzögern
Laut der Financial Times plant das deutsche Finanzministerium, Ministerien zu bestrafen, die den Investitionsplan stören.
Das deutsche Finanzministerium erwägt Sanktionen gegen Ministerien, die die Gelder aus dem 500 Milliarden Euro schweren Sonderinfrastrukturfonds nur schleppend auszahlen, berichtete die Financial Times unter Berufung auf einen Sprecher des Ministeriums.
Die Zeitung fügte hinzu, dass „Finanzminister Lars Klingbeil einen ‚Belohnungs- und Bestrafungsmechanismus‘ erwägt, wonach Gelder von Ministerien, die nur langsam ausgeben, eingefroren und anderen Ministerien zugewiesen werden können.“
Dieser Vorschlag zielt darauf ab, die Umsetzung des zwölfjährigen Infrastrukturfonds zu beschleunigen, der letztes Jahr von der Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz zur Modernisierung der deutschen Verkehrs-, Wohnungs-, Gesundheits-, Telekommunikations- und Energienetze eingerichtet wurde. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass das Sanktionsregime höchst umstritten sein könnte, da es die traditionelle Autonomie der deutschen Ministerien in Frage stellt.
Im vergangenen Jahr gaben die Ministerien lediglich 74 % der ihnen aus dem Sonderfonds zugewiesenen Mittel aus. Bis Ende April hatten die Ministerien von den im Haushalt 2026 vorgesehenen 40 Milliarden Euro 11,2 Milliarden Euro ausgegeben, was 28 % des Gesamtbetrags entspricht. Laut der Zeitung deutet dies zwar auf eine Beschleunigung der Ausgaben hin, liegt aber nach einem Drittel des Jahres weiterhin unter den Prognosen.
Im März 2025 verabschiedete das deutsche Parlament eine Verfassungsänderung, die die Beschränkungen für die Staatsverschuldung (die sogenannte „Schuldenbremse“) deutlich lockerte. Begründet wurde dieser Schritt mit dem Bedarf an höheren Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur.
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