Eurostat prognostiziert einen Bevölkerungsrückgang der Europäischen Union um fast 12 % bis 2100
Die Bevölkerung der Europäischen Union könnte in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen. Laut den neuesten Prognosen von Eurostat wird die Bevölkerung des Staatenbundes bis 2100 voraussichtlich um 11,7 % sinken, was einem geschätzten Rückgang von rund 53 Millionen Menschen entspricht.
Dem Bericht zufolge wird die europäische Bevölkerung, die 2025 auf 451,8 Millionen geschätzt wird, voraussichtlich weiter leicht wachsen und 2029 einen Höchststand von 453,3 Millionen erreichen. Ab diesem Zeitpunkt wird ein allmählicher Abwärtstrend prognostiziert, sodass die Bevölkerungszahl bis zum Ende des Jahrhunderts auf etwa 398,8 Millionen sinken wird.
Diese Prognosen basieren auf der Annahme relativ stabiler Geburten- und Sterberaten sowie stabiler Migrationsströme in den Mitgliedstaaten. Sie verdeutlichen jedoch tiefgreifende Veränderungen in der demografischen Struktur des Kontinents.
Der Bericht hebt insbesondere den erwarteten Rückgang der jüngsten Altersgruppen und der Erwerbsbevölkerung hervor. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (0–19 Jahre) wird voraussichtlich von 20 % im Jahr 2025 auf 17 % im Jahr 2100 sinken. Ebenso wird der Anteil der 20- bis 64-Jährigen, die zur Erwerbsbevölkerung zählen, im gleichen Zeitraum voraussichtlich von 58 % auf 50 % zurückgehen.
Gleichzeitig wird sich die Alterung der europäischen Bevölkerung voraussichtlich beschleunigen. Der Anteil der über 65-Jährigen wird weiter steigen, insbesondere die Zahl der über 80-Jährigen, deren Anteil bis zum Ende des Jahrhunderts von 6 % auf 16 % ansteigen könnte. Dieser Trend spiegelt einen bedeutenden demografischen Wandel wider, der sich voraussichtlich auf die Renten- und Gesundheitssysteme sowie das gesamte Wirtschaftswachstum auswirken wird.
Diese Prognosen bestätigen die strukturellen Herausforderungen, denen sich die Europäische Union in den kommenden Jahrzehnten stellen muss, darunter eine alternde Bevölkerung, eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung und die Notwendigkeit, die öffentliche Politik an diese neue demografische Realität anzupassen.
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