Hitzewellen bedrohen Europas Wirtschaft mit Verlusten von bis zu 180 Milliarden Euro
Europas zunehmend intensive Hitzewellen stellen eine wirtschaftliche Bedrohung dar, da extreme Temperaturen und Dürre Druck auf die Produktivität, die Landwirtschaft und das gesamte Wirtschaftswachstum ausüben.
Ein Bericht der niederländischen nachhaltigen Finanzbank Triodos schätzt, dass klimabedingte Störungen die Europäische Union rund 180 Milliarden Euro kosten könnten, was etwa 208 Milliarden Dollar entspricht. Die Auswirkungen könnten die Wirtschaftsleistung der EU um etwa 1 % senken, zu einem Zeitpunkt, an dem das Wachstum bereits relativ schwach ist.
Eine geringere Produktivität der Arbeitnehmer wird voraussichtlich eine der Hauptquellen für wirtschaftliche Verluste sein. Laut dem Bericht könnte extreme Hitze die gesamte Wirtschaftsleistung um etwa 0,6 % reduzieren, da hohe Temperaturen es den Arbeitnehmern erschweren, ihre normale Produktivität aufrechtzuerhalten.
Auch die Landwirtschaft sieht sich erheblichen Risiken gegenüber. Dürre und Wasserknappheit könnten die landwirtschaftliche Produktion in der Europäischen Union um 3 % bis 7 % verringern, was potenziell die Lebensmittelpreise erhöhen und zusätzlichen Druck auf die Lieferketten ausüben könnte.
Frankreich gehört zu den Volkswirtschaften, die als besonders anfällig gelten. Die Triodos-Analyse schätzt, dass wiederholte Hitzewellen die französische Wirtschaftsleistung um etwa 1,4 % verringern könnten, während einige Szenarien auf einen jährlichen Rückgang von bis zu 0,6 % hindeuten.
Die Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Wachstumsprognosen bescheiden bleiben. Die Europäische Kommission erwartet, dass die EU-Wirtschaft um etwa 1,1 % wächst, während der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von etwa 0,9 % für den Euro-Raum prognostiziert.
Die neuesten Schätzungen verdeutlichen, wie extreme Wetterereignisse zunehmend zu einem wirtschaftlichen sowie zu einem Umweltproblem werden. Wenn Hitzewellen und Dürre häufiger auftreten oder länger andauern, könnte ihr Einfluss zunehmend auf Europas Produktivität, Nahrungsmittelproduktion und Wirtschaftswachstum lasten.
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