Iran plant dauerhafte Abkopplung vom globalen Internet, so Aktivisten
Iran plant dauerhafte Abkopplung vom globalen Internet, so Aktivisten.
Berichten von Bürgerrechtsgruppen zufolge bereitet sich der Iran darauf vor, den Großteil seiner Bevölkerung dauerhaft vom globalen Internet abzuschneiden. Nur von der Regierung genehmigte Personen sollen Zugang zu einer eingeschränkten Version des Internets erhalten. Filterwatch, eine Organisation, die Internetzensur beobachtet, beruft sich auf Quellen innerhalb des Irans, die darauf hindeuten, dass die Behörden die internationale Vernetzung zu einem kontrollierten Privileg für ausgewählte Nutzer machen wollen. Staatsmedien sollen signalisiert haben, dass der uneingeschränkte Zugang nach 2026 nicht wiederhergestellt sein wird.
Nach dem geplanten System sollen Iraner, die staatliche Überprüfungen bestehen oder eine Sicherheitsfreigabe erhalten, eingeschränkten Zugang zu einem gefilterten globalen Internet bekommen, während der Rest der Bevölkerung ausschließlich auf das iranische Inlandsnetz angewiesen wäre. Dieses nationale Internet funktioniert ausschließlich innerhalb des Landes und bietet nur Zugang zu von der Regierung genehmigten Apps und Websites, darunter Messengerdienste, Suchmaschinen, Navigationstools und Videoplattformen, die alle vom Regime überwacht werden.
Der aktuelle Internetausfall, der am 8. Januar nach zwölf Tagen regierungsfeindlicher Proteste begann, zählt zu den schwersten in der Geschichte. Tausende Demonstranten wurden getötet, und das Land ist weiterhin weitgehend von unabhängigen Überprüfungen der Ereignisse abgeschnitten. Regierungsquellen zufolge könnten die internationalen Verbindungen mindestens bis zum Nouruz-Fest am 20. März eingeschränkt bleiben.
Experten warnen, dass eine dauerhafte Isolation Irans vom globalen Internet schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Kosten mit sich bringen würde, auch wenn sie die Kontrolle des Regimes stärkt. In den vergangenen 16 Jahren haben die iranischen Behörden schrittweise die Infrastruktur für ein nationales Internet aufgebaut, indem sie die selektive Zulassung globaler Websites mit einem robusten nationalen Netzwerk kombinierten. Dazu gehörte die Verlagerung wichtiger Unternehmen und Rechenzentren ins Inland sowie der Einsatz fortschrittlicher Technologie, die wahrscheinlich aus China stammt, um den Datenverkehr zu überwachen und zu filtern.
Forscher sagen, das nationale Netzwerk funktioniere wie ein privates Unternehmenssystem: Nutzer können darin agieren, aber keine Daten über die Landesgrenzen hinaus abrufen oder übertragen. Dieses System war während der aktuellen Proteste voll funktionsfähig und demonstrierte Irans Fähigkeit, das Online-Umfeld präzise zu kontrollieren.
Auch wenn es dem Regime gelingen mag, einen stark kontrollierten Online-Raum zu schaffen, sind die weitreichenden Folgen beunruhigend. Analysten weisen darauf hin, dass die wirtschaftlichen und kulturellen Folgen einer dauerhaften digitalen Isolation erheblich wären und die iranischen Behörden die Verantwortung dafür tragen würden. Die Welt beobachtet mit Spannung, wie sich der Iran einer vollständig partitionierten Internetverbindung annähert – ein beispielloser Schritt für ein Land dieser Größe und mit vergleichbaren technologischen Kapazitäten.
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