Marokko tritt als erstes afrikanisches Land der TV5 Monde-Leitung bei
Marokko hat seinen internationalen Einfluss im Medien- und Kulturbereich weiter ausgebaut. Der internationale französischsprachige Sender TV5 Monde hat angekündigt, Marokko in seine Leitung aufzunehmen. Damit ist Marokko das erste afrikanische Land, das offiziell den Beitrittsprozess zu den Leitungsgremien der audiovisuellen Gruppe einleitet.
In einem Schreiben vom 21. April 2026 an die Schweizer Präsidentschaft des Rates der Geberländer von TV5 Monde bestätigte der marokkanische Minister für Jugend, Kultur und Kommunikation, Mohamed Mehdi Bensaid, das Interesse des Königreichs an dieser strategischen Integration in den französischsprachigen Sender, der in fast 200 Ländern und Gebieten empfangbar ist.
Laut einer Pressemitteilung von TV5 Monde betonte der marokkanische Minister, dass Marokkos Engagement für diese Initiative auf gemeinsamen Werten wie Transparenz, guter Regierungsführung und der Stärkung der frankophonen audiovisuellen Zusammenarbeit beruhe.
Diese Initiative spiegelt den Wunsch der sechs Förderstaaten von TV5 Monde wider – Frankreich, Kanada, Schweiz, Québec, die Föderation Wallonie-Brüssel und Monaco –, die Leitung des Senders für weitere frankophone Mitgliedstaaten zu öffnen.
Die Einbindung Marokkos wäre ein Meilenstein in der Geschichte des 1984 gegründeten Senders, der heute in über 400 Millionen Haushalten weltweit empfangen werden kann. Das Königreich Marokko wäre damit der erste afrikanische Partner, der sich an der Leitung dieses internationalen frankophonen Medienunternehmens beteiligt.
Das Projekt umfasst auch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen TV5 Monde und der Nationalen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft. Diese Kooperation konzentriert sich insbesondere auf die Koproduktion audiovisueller Inhalte, die Ausstrahlung marokkanischer Programme auf den verschiedenen Kanälen des Netzwerks sowie auf die digitale Plattform TV5 Monde+.
Diese Entwicklung bekräftigt Marokkos Engagement, seine Präsenz in den internationalen Medien zu stärken und seine Rolle innerhalb der frankophonen Gemeinschaft durch eine Strategie der Kulturdiplomatie und der Förderung der Kreativ- und audiovisuellen Wirtschaft zu festigen.
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