Trump: Seine Moralvorstellungen, nicht das Völkerrecht, setzen seiner Macht Grenzen
In einer Erklärung, die heftige Reaktionen hervorrief, betonte Donald Trump, dass seine eigenen Moralvorstellungen die einzige Grenze seiner Macht darstellen, Militäroperationen weltweit anzuordnen. In einem Interview mit der New York Times, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, erklärte der ehemalige US-Präsident, dass weder das Völkerrecht noch bestehende Rechtsrahmen seine Befugnisse hinsichtlich des Einsatzes von Gewalt tatsächlich einschränken.
Diese Äußerungen erfolgten nur wenige Tage nach einer Blitzoperation mit dem Ziel, den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu stürzen, sowie nach Drohungen gegen mehrere Länder und Gebiete, darunter Grönland, eine autonome Region Dänemarks. Auf die Frage nach den Grenzen seines Handelns im Ausland antwortete Trump unmissverständlich: „Es gibt nur eines: meine Moralvorstellungen … das ist das Einzige, was mich aufhalten kann.“ Er fügte hinzu, er wolle der Bevölkerung keinen Schaden zufügen.
Obwohl Trump das Prinzip des Völkerrechts anerkannte, spielte er dessen Tragweite herunter und erklärte: „Es kommt ganz darauf an, wie man Völkerrecht definiert.“ Diese Position entspricht der traditionellen Haltung Washingtons, da die Vereinigten Staaten kein Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs sind und dessen Entscheidungen wiederholt angefochten oder ignoriert haben.
Im Inland bleibt Donald Trump in Rechtsangelegenheiten eine umstrittene Figur. Während seiner ersten Amtszeit wurde er in zwei vom Kongress eingeleiteten Amtsenthebungsverfahren verurteilt. Zudem wurde er in einem Fall im Zusammenhang mit nicht offengelegten Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels verurteilt und in mehreren Bundesverfahren wegen angeblicher Versuche, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl 2020 zu kippen, angeklagt. Einige dieser Anklagen wurden jedoch nach seiner Rückkehr ins Amt fallen gelassen.
Trotz seines selbsternannten Images als „Friedenspräsident“ und seines erklärten Ziels, den Friedensnobelpreis zu gewinnen, leitete Trump während seiner zweiten Amtszeit eine Reihe von Militäroperationen im Ausland. Diese Operationen richteten sich gegen iranische Atomanlagen sowie gegen Ziele im Irak, in Nigeria, Somalia, Syrien, Jemen und, in jüngster Zeit, in Venezuela.
Bezüglich Grönlands brachte Donald Trump die Idee einer möglichen Annexion wieder ins Spiel und argumentierte, der Besitz des Territoriums durch die USA sei „psychologisch notwendig“, um den Erfolg und die strategische Macht seines Landes zu sichern. Diese Aussage nährt die Besorgnis über seine Vision der internationalen Beziehungen und seinen Respekt vor etablierten Normen.
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