Bangladesch startet Notimpfkampagne nach tödlichem Masernausbruch
Nachdem in den vergangenen sechs Wochen mindestens 113 Kinder an Masern gestorben sind, hat Bangladesch eine Notimpfkampagne gestartet, wie offizielle Daten am Sonntag zeigten.
Die landesweite Kampagne, die am Sonntag begann, zielt darauf ab, mehr als 1,3 Millionen Kinder im Alter von sechs Monaten bis unter fünf Jahren in 30 Upazilas (Verwaltungsbezirken) in 18 Risikogebieten zu impfen.
Laut Gesundheitsbehörden reagiert die Initiative auf den rasanten Anstieg der Infektionen, wobei in den letzten Wochen Tausende Verdachtsfälle gemeldet wurden.
Die Kampagne wird im Rahmen des erweiterten Impfprogramms (EPI) durchgeführt. Gesundheitspersonal ist in den betroffenen Regionen, wie beispielsweise im am stärksten betroffenen Norden Bangladeschs, im Einsatz, um die gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu erreichen.
Der Ausbruch hat sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verschärft. Jüngste Regierungsdaten zeigen, dass seit Mitte März landesweit mehr als 7.600 Verdachtsfälle von Masern festgestellt wurden, während täglich Hunderte neue Patienten in Krankenhäuser eingeliefert werden.
Frühere Berichte sprachen von rund 98 mutmaßlichen Todesfällen, doch aktualisierte Zahlen zeigen einen weiteren Anstieg und unterstreichen die sich verschärfende Lage.
Experten im Bereich der öffentlichen Gesundheit warnen, dass sich Masern – eine der ansteckendsten Viruserkrankungen – in Gemeinschaften mit geringer Impfquote, insbesondere unter Kleinkindern, rasant ausbreiten können.
Die Krankheit kann zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung und Enzephalitis führen und ist weltweit weiterhin eine der Hauptursachen für vermeidbare Todesfälle durch Impfungen.
Dr. ANM Nuruzzaman, Spezialistin für öffentliche Gesundheit, erklärte gegenüber der Anadolu Agency (AA), dass die Impfkampagne entscheidend sei, um weitere Todesfälle zu verhindern, insbesondere in dicht besiedelten und unterversorgten Gebieten mit eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Die Regierung hat Eltern und Erziehungsberechtigte dringend gebeten, ihre Kinder in die dafür vorgesehenen Impfzentren zu bringen und betont, dass eine rechtzeitige Impfung der wirksamste Weg sei, den Ausbruch zu stoppen.
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