In Südafrika trainieren immer mehr Frauen Selbstverteidigung als Reaktion auf die zunehmende sexuelle Gewalt
In Südafrika wenden sich immer mehr Frauen an Selbstverteidigungskurse und Schießausbildungen, um ihre persönliche Sicherheit zu erhöhen. Angesichts der hohen Kriminalitätsrate und geschlechtsspezifischer Gewalt sehen viele in diesen Initiativen eine Möglichkeit, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen und sich im Alltag sicherer zu fühlen.
In Bronkhorstspruit, einer Stadt in der Nähe von Pretoria, nehmen regelmäßig Frauengruppen an Trainingseinheiten auf einem Schießstand unter Anleitung eines Ausbilders teil. Für einige Teilnehmerinnen ist dieses Training eine direkte Reaktion auf traumatische Erlebnisse. Dies gilt insbesondere für Sonette du Toit, eine Anwohnerin, die sich nach einem Einbruch für diese Kurse entschied. Laut ihren Angaben hat ihr das Erlernen von Selbstverteidigungstechniken geholfen, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen und sich sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit sicherer zu fühlen.
Für die Ausbilder gehen diese Programme weit über den rein technischen Aspekt hinaus. Ziel ist es außerdem, das Selbstwertgefühl der Teilnehmerinnen zu stärken und ihnen psychologische Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich vor potenziellen Angriffen zu schützen.
Im Großraum Johannesburg wenden sich einige Frauen dem Kampfsport zu. In einem Jiu-Jitsu-Club lernen sie Techniken, um sich aus einem Würgegriff zu befreien oder sich während eines Angriffs zu wehren. Für viele Teilnehmerinnen sind diese Fähigkeiten in einem von anhaltender Gewalt geprägten Umfeld unerlässlich geworden.
Die Situation bleibt besorgniserregend. Laut der Organisation Sonke Gender Justice werden in Südafrika täglich etwa fünfzehn Frauen getötet. Darüber hinaus hat jede dritte Frau im Land im Laufe ihres Lebens sexuelle Übergriffe oder Belästigung erlebt.
Angesichts dieser Realität breiten sich Selbstverteidigungskurse im ganzen Land aus. Für viele südafrikanische Frauen bedeutet das Erlernen dieser Techniken nun eine Möglichkeit, die Kontrolle über ihre Sicherheit zurückzugewinnen und ihr Recht auf ein Leben ohne Angst geltend zu machen.
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