Jemen: Über 2.000 Menschen fliehen nach Dschibuti vor den Kämpfen
Über 2.000 Menschen haben seit Donnerstag Jemen auf dem Seeweg verlassen, um nach Dschibuti zu gelangen, so die Internationale Organisation für Migration (IOM). Dieser neue Zustrom erfolgt, während die Intensivierung der Kämpfe zwischen den Regierungsstreitkräften und den Houthi zu neuen Bevölkerungsverschiebungen führt und die humanitären Bedürfnisse in der Region verstärkt.
Ein neuer Zustrom von Flüchtlingen nach Dschibuti
Die ersten Ankünfte an den dschibutischen Küsten wurden am Donnerstagabend registriert. Laut IOM haben seitdem über 2.000 Menschen, die vor der Gewalt geflohen sind, Dschibuti erreicht.
Die UN-Organisation hat in der Region Obock im Norden des Landes, wo die Ankünfte aus dem Jemen konzentriert sind, Nothilfe bereitgestellt. Sie weist jedoch darauf hin, dass zusätzliche Mittel erforderlich sein werden, um auf die steigenden Bedürfnisse zu reagieren.
Die von den dschibutischen Behörden mitgeteilte Bilanz wies bereits auf 1.400 Flüchtlinge hin, die innerhalb von 24 Stunden am Samstagabend angekommen sind, so der Minister für Wirtschaft, Ilyas Moussa Dawaleh.
Die Kämpfe breiten sich auf die Küstengebiete aus
Diese neue Welle von Abreisen erfolgt nach einem Vorstoß der Houthi in mehrere strategische Sektoren der maritimen Front des Jemen.
Die Bewegung, die unter anderem weite Gebiete im Norden des Landes sowie Sanaa und Hodeida kontrollierte, übernahm am Donnerstag die Kontrolle über Mokha. Diese Hafenstadt hat eine wichtige Position an der Küste des Roten Meeres.
Die Houthi-Streitkräfte haben anschließend ihre Präsenz auf mehreren Abschnitten der Küste und auf Inseln im Roten Meer ausgeweitet. Diese Offensive hat es ihnen ermöglicht, ihre Kontrolle um die Straße von Bab el-Mandeb zu verstärken, eine wichtige Wasserstraße, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet und sich an einer der Hauptverkehrsrouten des internationalen Handels befindet.
Massive Bevölkerungsverschiebungen werden befürchtet
Die Intensivierung der Kämpfe in den letzten Wochen hat bereits den Tod von Hunderten von Menschen zur Folge gehabt und zehntausende Einwohner gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.
Angesichts dieser Verschlechterung der Sicherheitslage rechnet die IOM mit einer möglichen Verschärfung der Verschiebungen in den kommenden Tagen. Die Organisation muss somit gleichzeitig auf die Bedürfnisse der neu angekommenen Personen in Dschibuti und der von dem Konflikt betroffenen Bevölkerung im Jemen reagieren.
Für Dschibuti stellt die schnelle Ankunft von Tausenden von Menschen auch eine erhebliche humanitäre Herausforderung dar. Das Land muss insbesondere die Aufnahme und Unterstützung der Flüchtlinge sicherstellen, während die Ankünfte möglicherweise andauern.
Obock an vorderster Front
Obock, im Norden von Dschibuti gelegen, ist einer der Hauptankunftspunkte für Personen, die das Meer aus dem Jemen überqueren.
Der Einsatz der IOM zielt darauf ab, den neu angekommenen Personen erste Hilfe zu leisten, während humanitäre Organisationen eine Verschärfung der Krise befürchten, wenn die Kämpfe weiterhin die Bevölkerung an die Küsten und in benachbarte Länder treiben.
Über die humanitäre Notlage hinaus hat die Situation in diesem Teil des Jemen auch eine strategische Bedeutung aufgrund der Nähe zur Straße von Bab el-Mandeb, durch die ein erheblicher Teil des Seehandels zwischen dem Indischen Ozean, dem Roten Meer und dem Suezkanal verläuft.
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