Luc Besson Fall: Pariser Berufungsgericht prüft Wiedereröffnung der Vergewaltigungsuntersuchung
Das Pariser Berufungsgericht wird am Dienstag entscheiden, ob eine Vergewaltigungsuntersuchung gegen den französischen Filmemacher Luc Besson wiedereröffnet werden soll, nachdem ein juristischer Antrag neue forensische Elemente in einen Fall einführt, der eng mit der #MeToo-Bewegung in Frankreich verbunden ist.
Die Verfahren betreffen Vorwürfe der Schauspielerin Sand Van Roy, die Besson der Vergewaltigung beschuldigt. Der Fall war zuvor ohne weitere Verfolgung eingestellt worden, aber jüngste Entwicklungen haben eine erneute gerichtliche Überprüfung angestoßen.
Neue Beweise im Fokus
Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht DNA-Beweismaterial, das angeblich an einem Kleidungsstück der Beschwerdeführerin identifiziert wurde. Laut der Staatsanwaltschaft könnte die forensische Analyse, die von einem Labor in den Niederlanden durchgeführt wurde, neue Elemente darstellen, die stark genug sind, um die Wiedereröffnung der Untersuchung zu rechtfertigen.
Rechtsvertreter, die die Berufung unterstützen, argumentieren, dass das biologische Material, das an dem Kleidungsstück gefunden wurde, eine bedeutende faktische Entwicklung darstellt, die während der ursprünglichen Untersuchungsphase nicht angemessen bewertet wurde. Sie behaupten auch, dass frühere forensische Verfahren das betreffende Objekt nicht vollständig untersucht haben.
Gericht prüft rechtliche Schwelle für die Wiedereröffnung des Falls
Während der geschlossenen Anhörungen in diesem Monat äußerten die Staatsanwälte gemischte Ansichten und erkannten die potenzielle Relevanz der neuen Erkenntnisse an, während sie in Frage stellten, ob diese die rechtlichen Anforderungen erfüllen, die erforderlich sind, um einen bereits geschlossenen Fall wieder zu eröffnen.
Das Gericht muss entscheiden, ob die Beweise als "neue Anklagen" im Sinne des französischen Strafverfahrensrechts qualifiziert werden, eine Bedingung, die notwendig ist, um die gerichtlichen Ermittlungen nach einer endgültigen Abweisung neu zu starten.
Verteidigung hält sich still bis zur Entscheidung
Die Rechtsvertreter von Luc Besson haben sich geweigert, vor der Entscheidung Stellung zu nehmen. Sein Verteidigungsteam hat zuvor die Verfahrensgeschichte des Falls betont und darauf hingewiesen, dass die Vorwürfe 2019 abgewiesen wurden, gefolgt von einem Einstellungsbeschluss im Jahr 2021, der später 2022 in der Berufung bestätigt und 2023 vom höchsten Gericht Frankreichs anerkannt wurde.
Ein hochkarätiger Fall im Kontext von #MeToo
Der Fall hat aufgrund seiner Prominenz innerhalb der breiteren #MeToo-Bewegung in Frankreich anhaltende öffentliche Aufmerksamkeit erregt, die zu einer erhöhten Überprüfung von Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens in der Kultur- und Unterhaltungsindustrie geführt hat.
Wenn das Gericht beschließt, die Untersuchung wieder zu eröffnen, könnte der Fall in die Ermittlungsphase zurückkehren, was möglicherweise zu weiteren Befragungen, Expertenanalysen und erneuten gerichtlichen Verfahren führen könnte.
Das Urteil wird voraussichtlich klären, ob die neuen forensischen Elemente ausreichen, um frühere gerichtliche Entscheidungen zu überstimmen und den rechtlichen Prozess neu zu starten.
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