Meta muss 375 Millionen Dollar zahlen: Ein Meilenstein im Online-Kinderschutz
In einem beispiellosen Urteil verurteilte ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico den Technologiekonzern Meta zur Zahlung von 375 Millionen Dollar. Grund dafür war, dass das Unternehmen Minderjährige digitalen Risiken aussetzte und Nutzer über die Sicherheit seiner Plattformen täuschte.
Das Urteil, das von den lokalen Behörden als Wendepunkt gefeiert wird, erging nach einem sechswöchigen Prozess aufgrund unlauterer Geschäftspraktiken. New Mexicos Generalstaatsanwalt Raul Torrez bezeichnete die Entscheidung als „historisch“ und sah darin ein Spiegelbild der wachsenden Besorgnis von Familien über die Gefahren, denen Kinder online ausgesetzt sind.
Der Fall geht auf eine verdeckte Ermittlung der staatlichen Behörden aus dem Jahr 2023 zurück. Die Ermittler erstellten gefälschte Profile auf Facebook und Instagram und gaben sich als Kinder unter 14 Jahren aus. Diese Profile wurden schnell mit expliziten Inhalten und Kontaktversuchen von Erwachsenen in Verbindung gebracht, von denen einige später festgenommen wurden.
Das Verfahren brachte auch interne Dokumente und Aussagen ehemaliger Mitarbeiter ans Licht, die belegten, dass das Unternehmen wiederholt vor den potenziellen Gefahren seiner Plattformen für junge Nutzer gewarnt worden war. Der Ingenieur Arturo Bejar berichtete unter anderem von Fällen von Belästigung, während andere Manager die mangelnde Priorität der Nutzersicherheit bemängelten.
Der CEO des Unternehmens, Mark Zuckerberg, wurde im Verfahren befragt. Er erklärte, die Forschung zur Social-Media-Sucht sei weiterhin nicht eindeutig – eine Aussage, die von den Behörden bestritten wird. Diese argumentieren, dass bestimmte Funktionen darauf ausgelegt seien, die Bildschirmzeit, auch von Minderjährigen, zu maximieren.
Als Reaktion auf das Urteil kündigte Meta Berufung an und erklärte, weiterhin in die Nutzersicherheit zu investieren. Das Unternehmen sieht sich jedoch weiteren Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten gegenüber, insbesondere in Kalifornien, wo ihm vorgeworfen wird, zur digitalen Sucht und zur Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen beizutragen.
Eine neue Phase des Prozesses wird im Mai nächsten Jahres erwartet und könnte zu strukturellen Maßnahmen führen, wie etwa der Verschärfung der Altersverifizierungssysteme und der Einführung strengerer Schutzmaßnahmen für Minderjährige.
Für viele Beobachter könnte diese Entscheidung den Beginn eines Wendepunkts in der Regulierung digitaler Plattformen markieren und den Weg für eine Welle von Klagen gegen große Technologiekonzerne ebnen – in einem Kontext erhöhter Wachsamkeit hinsichtlich der Auswirkungen sozialer Kommunikation auf gesellschaftliche Probleme.
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