Vater des Belgrader Schulschützen zu 14 Jahren Haft verurteilt
Ein serbisches Gericht hat den Vater des Teenagers, der für den Schulschuss von Belgrad 2023 verantwortlich ist, zu 14 Jahren Haft verurteilt, während die Mutter des Jungen eine zweijährige Strafe erhielt. Das Urteil markiert ein weiteres Kapitel in einem Fall, der Serbien zutiefst erschüttert hat und eine nationale Debatte über den Waffenbesitz, die elterliche Verantwortung und Gewalt in der Gesellschaft ausgelöst hat.
Die Tragödie ereignete sich im Mai 2023, als ein 13-jähriger Schüler seine Schule betrat und eine Handfeuerwaffe mitbrachte, die Ermittler als Eigentum seines Vaters identifizierten. Der Teenager erschoss neun Schüler und einen Schulwächter tödlich, was es zu einem der tödlichsten Schulangriffe in der modernen Geschichte des Landes macht.
Da das serbische Recht Kinder unter einem bestimmten Alter als strafunfähig betrachtet, konnte der Teenager nicht strafrechtlich verfolgt werden. Stattdessen richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Umstände, die es ihm ermöglichten, Zugang zu einer Feuerwaffe zu erhalten und den Angriff auszuführen. Der Junge wurde in eine spezialisierte psychiatrische Einrichtung gebracht und gab später während der rechtlichen Verfahren gegen seine Eltern Zeugenaussagen.
Die Staatsanwälte argumentierten, dass Versäumnisse bei der Aufbewahrung von Waffen und der elterlichen Aufsicht zur Tragödie beigetragen hätten. Das Gericht stellte letztendlich fest, dass die Eltern für Nachlässigkeit und Missbrauchsdelikte im Zusammenhang mit dem Umgang und der Zugänglichkeit der Waffe verantwortlich waren.
Der Fall hat seit der ursprünglichen Urteilsaufhebung in der Berufung und der Rücksendung zur Überprüfung große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das neue Urteil kann auch durch weitere rechtliche Einsprüche angefochten werden.
Der Schulschuss hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die serbische Gesellschaft. Weniger als zwei Tage nach dem Angriff ereignete sich ein weiterer Amoklauf südlich von Belgrad, bei dem mehrere weitere Opfer starben und die Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und des Zugangs zu Waffen verstärkten.
Obwohl Serbien nicht häufig von Amokläufen betroffen ist, hat das Land eine relativ hohe Anzahl von legalen und illegalen Feuerwaffen, ein Erbe, das teilweise mit Konflikten auf dem Balkan in den 1990er Jahren verbunden ist. Die beiden Tragödien führten zu großen öffentlichen Demonstrationen, die stärkere Waffenkontrollmaßnahmen, eine größere institutionelle Verantwortung und Bemühungen zur Verringerung der Normalisierung von Gewalt in der öffentlichen Diskussion und Medien forderten.
Das jüngste Gerichtsurteil wird voraussichtlich ein wichtiger Bezugspunkt in Diskussionen über elterliche Verantwortung, Waffensicherheit und die Prävention von Jugendgewalt bleiben. Während Serbien weiterhin über die Ereignisse von 2023 nachdenkt, wird erwartet, dass politische Entscheidungsträger und zivilgesellschaftliche Gruppen den Druck aufrechterhalten, um Reformen zu fordern, die darauf abzielen, die öffentliche Sicherheit zu stärken und junge Menschen zu schützen.
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