WHO: Finanzierungslücke gefährdet Ebola-Bekämpfung in der Demokratischen Republik Kongo
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zunehmenden Finanzierungslücke, die die Bemühungen zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) gefährden könnte. Obwohl die gesundheitliche Lage ermutigende Anzeichen zeigt, geht die Organisation davon aus, dass die finanziellen und personellen Ressourcen für eine wirksame Reaktion in den kommenden Monaten nicht ausreichen.
Auf einer Pressekonferenz in Genf erklärte Chikwe Ihekweazu, Exekutivdirektor des WHO-Programms für Gesundheitsnotfälle, dass der Finanzbedarf für die nächsten drei Monate auf 115 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Bislang konnten jedoch nur 35 % dieser Summe mobilisiert werden, was die Sorge vor einer Verlangsamung der Feldeinsätze verstärkt.
Neben der Finanzierungslücke leidet die WHO auch unter einem Mangel an medizinischem Personal. Laut Marie Belyseur, kommissarische Regionaldirektorin für Gesundheitsnotfälle, wurden mehrere Gesundheitsfachkräfte unter Quarantäne gestellt, was die Reaktionsfähigkeit in den betroffenen Gebieten verringert. Derzeit sind 106 WHO-Experten in drei kongolesischen Provinzen im Einsatz, doch die Teams stehen weiterhin unter großem Druck.
Um die medizinische Versorgung zu verbessern, arbeitet die WHO eng mit dem Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo zusammen, um medizinisches Personal aus anderen Regionen des Landes, insbesondere aus Kinshasa, in die am stärksten betroffenen Provinzen zu verlegen.
Trotz dieser Herausforderungen hob WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus einen positiven Trend in der epidemiologischen Lage hervor. Die Zahl der Verdachtsfälle ist deutlich zurückgegangen, was die Wirksamkeit der umgesetzten Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen belegt.
Laut den neuesten Daten der WHO wurden in der Demokratischen Republik Kongo bisher 344 bestätigte Ebola-Fälle registriert, darunter 60 Todesfälle, verteilt auf 24 Gesundheitszonen. Die WHO lobt zudem das Engagement der kongolesischen Behörden, der internationalen Partner und der lokalen Bevölkerung im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.
Die WHO betont jedoch die Notwendigkeit rascher und nachhaltiger finanzieller Unterstützung, um die erzielten Fortschritte zu festigen und ein Wiederaufflammen der Epidemie in den kommenden Monaten zu verhindern.
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