Zwei dunkle materiearme Galaxien im Fornax-Cluster entdeckt
Astronomen haben zwei ungewöhnliche Galaxien im Fornax-Cluster identifiziert, die anscheinend fast keine dunkle Materie enthalten. Die Objekte, FCC 224 und FCC 240, befinden sich am Rand des Clusters in etwa 60 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde. Ihre interne Dynamik deutet darauf hin, dass allein ihre sichtbaren Sterne ihr gravitationsmäßiges Verhalten erklären können, was die gängigen Modelle der Galaxienbildung herausfordert, die dominante dunkle Materie-Halos vorhersagen.
Die Beobachtungen wurden mit hochauflösender Spektroskopie von einem bedeutenden Teleskop auf der Südhalbkugel durchgeführt. Die Forscher maßen die Bewegung von Sternen und Kugelsternhaufen in beiden Galaxien. Die Ergebnisse zeigten eine extrem niedrige Geschwindigkeitsdispersion, was bedeutet, dass sich die Sterne zu langsam bewegen, um die Anwesenheit der großen unsichtbaren Masse anzuzeigen, die normalerweise erwartet wird. In beiden Systemen stimmt die dynamische Masse eng mit der stellaren Masse überein, ein Muster, das in Zwerggalaxien selten beobachtet wird.
Die beiden Galaxien beherbergen auch ungewöhnlich helle Kugelsternhaufen mit ähnlichen Helligkeitsverteilungen und chemischen Zusammensetzungen. Diese Eigenschaften stimmen eng überein mit denen, die in zwei zuvor identifizierten dunkle materiearmen Galaxien beobachtet wurden, was auf einen möglichen gemeinsamen Entstehungsmechanismus hindeutet. Eine führende Hypothese schlägt eine Hochgeschwindigkeitskollision zwischen gasreichen Zwerggalaxien vor, bei der dunkle Materie-Halos durch einander hindurchgehen, während gewöhnliche Materie interagiert und neue Sterne bildet.
FCC 224 und FCC 240 stärken dieses Szenario, werfen jedoch auch neue Fragen auf. Sie teilen sich nahezu identische Alter von etwa 10 Milliarden Jahren, und ihre Sternhaufen scheinen in demselben Ereignis entstanden zu sein. Im Gegensatz zu früheren Fällen, die weit voneinander entfernt und durch lange Ströme von Trümmern verbunden sind, liegen diese beiden Galaxien jedoch nur etwa 75 Kiloparsec auseinander und bewegen sich mit einer langsamen relativen Geschwindigkeit aufeinander zu. Diese kompakte Paarung deutet auf ein gravitativ gebundenes System hin, das möglicherweise einen anderen Evolutionsstand oder einen häufigeren Weg für den Verlust dunkler Materie darstellt, als bisher angenommen.
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