Deutschland: Fast 15.800 hitzebedingte Todesfälle seit April 2026
Die Auswirkungen von Hitzewellen auf die Sterblichkeit in Deutschland erreichen ein besorgniserregendes Niveau. Fast 15.800 hitzebedingte Todesfälle wurden im Land zwischen dem 6. April und dem 16. August 2026 geschätzt, laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI), der deutschen Bundesbehörde für öffentliche Gesundheit.
Diese Schätzung hebt das besonders hohe Gewicht der Hitzewellen hervor, die im Sommer registriert wurden. Allein die Hitzewelle Ende Juni wäre mit etwa 9.600 Todesfällen verbunden. Eine weitere Hitzewelle, die zwischen Ende Juli und Mitte August beobachtet wurde, hätte zu fast 4.000 zusätzlichen Todesfällen beigetragen.
Ältere Menschen besonders betroffen
Die gesundheitlichen Folgen der Hitze betrafen hauptsächlich die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen. Personen ab 75 Jahren machen den größten Teil der geschätzten Todesfälle aus, während etwa 1.500 Fälle Personen unter 65 Jahren betreffen.
Frauen sind ebenfalls unter den erfassten Todesfällen zahlreicher vertreten. Laut RKI erklärt sich dieser Unterschied insbesondere durch ihre höhere Präsenz in den älteren Altersgruppen, die besonders anfällig für die Auswirkungen extremer Temperaturen sind.
Die Situation in Baden-Württemberg, im Südwesten Deutschlands, veranschaulicht das Ausmaß des Phänomens. Dort wurden seit April über 3.600 hitzebedingte Todesfälle registriert, was etwa 32 Todesfällen pro 100.000 Einwohner entspricht und mehr als ein Fünftel der nationalen Schätzung ausmacht.
Eine Sterblichkeit, die oft durch bestehende Erkrankungen verschärft wird
Das RKI betont, dass Hitze im Allgemeinen nicht als alleinige Todesursache betrachtet wird. Sie kann jedoch bestehende Krankheiten oder Schwächen verschärfen und den Gesundheitszustand der am stärksten betroffenen Personen beschleunigen.
Die Bewertung des Phänomens beruht daher auf einer statistischen Methode. Da Hitze nicht systematisch als zugrunde liegende Ursache auf den Sterbeurkunden angegeben wird, verknüpft das Robert Koch-Institut unter anderem Sterblichkeitsdaten mit den beobachteten Temperaturen, um die Anzahl der Todesfälle zu schätzen, die auf Hitzewellen zurückzuführen sind.
Diese Zahlen unterstreichen erneut die gesundheitlichen Folgen extremer Temperaturen und die besondere Verwundbarkeit älterer Bevölkerungsgruppen angesichts der Zunahme von Hitzewellen.
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