Nepal und Tibet: Eine tödliche Katastrophe lässt über 1.000 Vermisste zurück
Die Rettungsaktionen setzten sich am Donnerstag in den betroffenen Regionen Nepals und Tibets fort, einen Tag nach einer außergewöhnlichen Naturkatastrophe. Die vorläufige Bilanz spricht von mindestens 165 Toten, während über tausend Personen weiterhin vermisst werden, so die von den Behörden veröffentlichten Daten.
In Nepal haben die Suchmannschaften 162 Leichen nach einer verheerenden Flut, die mit Erdrutschen einherging, gefunden. Die Situation bleibt besonders besorgniserregend für die Hunderte von Reisenden, von denen die Behörden noch nichts gehört haben.
Das nepalesische Tourismusministerium hat 468 vermisste Personen erfasst, darunter 393 ausländische Staatsangehörige. Die gesuchten Personen stammen aus mehreren Ländern, darunter Indien, Großbritannien, Malaysia, Australien, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten, Portugal, Südafrika, Südkorea und der Ukraine.
Vermisste Touristen aus mehreren Nationalitäten
Die hohe Zahl vermisster Reisender verdeutlicht das internationale Ausmaß dieser Katastrophe. Unter ihnen befinden sich unter anderem 142 indische Staatsbürger. Australien hat ebenfalls das Verschwinden von 34 seiner Staatsangehörigen gemeldet, während mehrere japanische und südkoreanische Staatsbürger unauffindbar bleiben.
Die Behörden setzen die Suchaktionen in schwer zugänglichen Gebieten fort, die durch Schlammlawinen, Schäden an der Infrastruktur und instabile Böden erschwert werden.
In Tibet, im Südwesten Chinas, liegt die letzte Bilanz bei drei Toten und 558 vermissten Personen. Unter diesen sollen 260 ausländische Staatsangehörige sein. Diese Zahl stellt eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu den ersten Nachbewertungen nach der Katastrophe dar.
Die Hypothese eines Gletscherabbruchs
Laut Informationen des United States Geological Survey (USGS) könnte die Katastrophe mit dem Abbruch eines Gletschers zusammenhängen. Dieses Phänomen hätte eine gewaltige Flut ausgelöst, begleitet von einem Erdbeben der Magnitude 5,2 und Erdrutschen.
Das Ausmaß der Zerstörungen lässt befürchten, dass sich die Bilanz in den nächsten Stunden und Tagen weiter verschlechtern könnte, während die Rettungskräfte weiterhin versuchen, die Hunderte von vermissten Personen zu lokalisieren.
Phänomene, die durch den Klimawandel verschärft werden
Überschwemmungen und Erdrutsche sind während der Monsunzeit, die in der Regel von Juni bis September dauert, wiederkehrende Risiken in Nepal und in mehreren Regionen Südasien.
Die Zunahme extremer Wetterereignisse schürt auch die Sorgen über die Auswirkungen des Klimawandels. Wissenschaftler betonen, dass die Erderwärmung zur Verstärkung der Intensität und in einigen Regionen auch der Häufigkeit extremer Naturereignisse beiträgt, was die Verwundbarkeit der Bergregionen und der dort lebenden oder reisenden Menschen erhöht.
Angesichts des Ausmaßes der Tragödie bleiben die nepalesischen und chinesischen Behörden mobilisiert, während die Suchaktionen fortgesetzt werden, um die Vermissten zu finden und den betroffenen Bevölkerungsgruppen zu helfen.
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