Stellantis startet Pilotprojekt für solarbetriebene Ladestation in Marokko
Stellantis hat ein Pilotprojekt in Marokko gestartet, um eine vollständig netzunabhängige Ladestation zu testen, die ausschließlich mit Solarenergie betrieben wird. Dies markiert einen neuen Schritt in den Bemühungen des Automobilkonzerns, flexiblere Lösungen für die Elektromobilität zu erkunden.
Die Initiative wird durch das interne Unternehmerprogramm von Stellantis, Star*Up, in Partnerschaft mit dem marokkanischen Unternehmen für erneuerbare Energien, Solar Power, entwickelt. Das Projekt zielt darauf ab, eine der größten Herausforderungen bei der Einführung von Elektrofahrzeugen anzugehen: den Zugang zur Ladeinfrastruktur an Orten, an denen eine Verbindung zum konventionellen Stromnetz eingeschränkt oder nicht verfügbar ist.
Die Pilotphase wird voraussichtlich ein Jahr dauern, sodass die Unternehmen die Station unter realen Betriebsbedingungen bewerten und Feedback von Nutzern sammeln können. Die Ergebnisse werden verwendet, um die Leistung der Technologie zu bewerten und zu bestimmen, wie sie möglicherweise an weiteren Standorten in Marokko und anderswo in der Region eingesetzt werden könnte.
Die erste kommerzielle Station wurde in der Motor Village-Anlage von Stellantis in Bouskoura installiert. Der Standort dient als Testgelände für ein System, das die Erzeugung erneuerbarer Energien, die Batteriespeicherung und das intelligente Energiemanagement kombiniert, ohne auf das öffentliche Stromnetz angewiesen zu sein.
Die Ladestation nutzt Photovoltaik-Panels, die auf einem Solarschirm installiert sind, um Strom zu erzeugen. Überschüssige Produktion wird in Batterien gespeichert, sodass das System auch nach Sonnenuntergang weiterhin Energie liefern kann und mehr Flexibilität bei der Verwaltung der Ladedemand bietet.
Gemäß den Projektspezifikationen kann die Installation täglich Ladeleistung für bis zu acht Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge oder drei vollelektrische Fahrzeuge bereitstellen. Sie ist mit vier Wechselstrom-Ladepunkten für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge sowie für leichte elektrische Mobilitätsgeräte ausgestattet, wobei die Ladeleistung für Elektrofahrzeuge bis zu 19 Kilowatt beträgt.
Ein Energiemanagementsystem steuert die Stromerzeugung, Speicherung und Verteilung. Durch die Koordination dieser Elemente soll die Technologie die Nutzung der verfügbaren Solarenergie optimieren und einen zuverlässigen Ladedienst über den ganzen Tag aufrechterhalten.
Eine der Hauptmerkmale des Systems ist sein Plug-and-Play-Design. Da es keine Verbindung zum Stromnetz benötigt, könnte die Lösung an abgelegene Gebiete und Standorte angepasst werden, wo konventionelle Ladeinfrastruktur schwer oder teuer zu installieren wäre.
Potenzielle Anwendungen umfassen Logistikplattformen, abgelegene Arbeitsplätze, Tourismus- und Gastgewerbeeinrichtungen sowie ländliche Gemeinschaften. Solche Standorte könnten von einem autonomen Ladesystem profitieren, das in der Lage ist, seinen eigenen Strom zu erzeugen und zu speichern.
Die Installation ist auch darauf ausgelegt, die leichte elektrische Mobilität zu unterstützen. Neben den Ladepunkten für Fahrzeuge umfasst sie zwei herkömmliche 230-Volt-Steckdosen, die zum Laden anderer kleiner elektrischer Mobilitätsgeräte verwendet werden können.
Das Projekt stammt aus einer Idee eines Stellantis-Ingenieurs, der im Rahmen des Star*Up-Programms in Marokko arbeitet. Die Initiative soll den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, innovative Konzepte in Lösungen mit potenziellen kommerziellen Anwendungen umzuwandeln.
Für Marokko kommt das Experiment, während das Land weiterhin die Kapazitäten für erneuerbare Energien ausbaut und seine Automobilindustrie entwickelt. Solarenergie ist besonders relevant für netzunabhängige Mobilitätslösungen, da das Klima des Landes in vielen Regionen erhebliche Solarressourcen bietet.
Das Pilotprojekt von Stellantis wird daher eine Gelegenheit bieten, zu prüfen, ob autonomes Solar-Laden die konventionelle Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ergänzen kann. Die Ergebnisse könnten helfen, geeignete Standorte und Betriebsmodelle für die Ausweitung dieser Technologie zu identifizieren, insbesondere in Gebieten, in denen der Zugang zum Stromnetz eine Herausforderung darstellt.
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