Die UN warnt vor der dringenden Notwendigkeit, Kinder online zu schützen
Die Vereinten Nationen erklärten am Freitag, der Schutz von Kindern in der digitalen Welt sei zu einer dringenden globalen Priorität geworden und riefen Staaten und Technologiekonzerne auf, die Online-Sicherheitsmechanismen unverzüglich zu stärken.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, betonte die Notwendigkeit, große digitale Plattformen zu verpflichten, strenge Kinderschutzstandards von Anfang an in ihre Dienste und Anwendungen zu integrieren.
Laut UN sind die Gefahren, denen Minderjährige online ausgesetzt sind, nicht unvermeidbar, sondern eine direkte Folge technologischer und kommerzieller Entscheidungen, die digitale Nutzung und Sucht fördern. Endloses Scrollen, automatisch abspielende Inhalte und permanente Benachrichtigungen gehören zu den am meisten kritisierten Praktiken.
Die internationale Organisation ist der Ansicht, dass der digitale Raum Kindern zwar Möglichkeiten zum Lernen, zur Förderung der Kreativität und zur Kommunikation bietet, sie aber auch zunehmenden Risiken in Bezug auf Datenschutz, psychische Gesundheit, Belästigung und die kommerzielle Nutzung personenbezogener Daten aussetzt.
Die Vereinten Nationen warnen zudem vor den Grenzen eines bloßen Verbots des Zugangs zu sozialen Netzwerken. Laut der Organisation reichen Altersbeschränkungen oder generelle Verbote nicht aus, um einen wirksamen Schutz zu gewährleisten, wenn Plattformen weiterhin Algorithmen und Geschäftsmodelle nutzen, die als schädlich für Minderjährige gelten.
Die UN fordert daher einen umfassenderen Ansatz, der auf besserer Regulierung, unabhängiger Aufsicht und klarer rechtlicher Verantwortlichkeit von Technologieunternehmen im Falle von Schäden für Kinder basiert.
Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören maximaler Schutz der Daten von Minderjährigen standardmäßig, ein Verbot personalisierter Werbung, die sich an Kinder richtet, und strengere Regeln für KI-Tools und -Funktionen mit Suchtpotenzial.
Die Organisation betont außerdem, dass die digitale Sicherheit von Kindern bereits in der Designphase von Plattformen integriert werden muss, damit die Verantwortung nicht allein den Familien und minderjährigen Nutzern aufgebürdet wird.
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