Ebola-Ausbruch fordert 65 Todesopfer im Osten der Demokratischen Republik Kongo
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein „gesundheitlicher Notstand von internationaler Tragweite“. Die WHO warnte am Sonntag vor Risiken für die Nachbarländer.
Der durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ausbruch erfülle zwar nicht die Kriterien einer Pandemie, doch Länder mit Landgrenzen zur DR Kongo seien einem hohen Risiko einer weiteren Ausbreitung ausgesetzt.
Die UN-Gesundheitsorganisation teilte in einer Erklärung mit, dass bis Samstag in der Provinz Ituri der DR Kongo in mindestens drei Gesundheitszonen – Bunia, Rwampara und Mongbwalu – 80 mutmaßliche Todesfälle, acht laborbestätigte Fälle und 246 Verdachtsfälle gemeldet wurden.
Das Gesundheitsministerium der DR Kongo hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass 80 Menschen bei dem neuen Ausbruch in der östlichen Provinz gestorben seien.
Der 17. Ausbruch in dem Land, in dem Ebola 1976 erstmals identifiziert wurde, könnte laut WHO aufgrund der hohen Positivrate der ersten Proben und der steigenden Zahl gemeldeter Verdachtsfälle deutlich größer ausfallen.
Der Ausbruch sei „außergewöhnlich“, da es im Gegensatz zu Ebola-Zaire-Stämmen keine zugelassenen spezifischen Therapeutika oder Impfstoffe gegen das Bundibugyo-Virus gebe. Alle bis auf einen der vorherigen Ausbrüche im Land seien durch den Zaire-Stamm verursacht worden.
Der Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda stelle ein Risiko für die öffentliche Gesundheit anderer Länder dar, da bereits Fälle einer internationalen Ausbreitung dokumentiert seien, so die WHO. Sie riet den Ländern, ihre nationalen Katastrophenschutz- und Notfallmechanismen zu aktivieren und grenzüberschreitende Kontrollen sowie Kontrollen auf wichtigen innerstaatlichen Straßen durchzuführen.
In Ugandas Hauptstadt Kampala wurden am Freitag und Samstag zwei offenbar unabhängige, laborbestätigte Fälle, darunter ein Todesfall, bei Reisenden aus der Demokratischen Republik Kongo gemeldet, teilte die WHO mit.
Ein laborbestätigter Fall wurde auch in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, bei einer Person gemeldet, die aus Ituri zurückgekehrt war, so die WHO.
Kontaktpersonen und Erkrankte des Bundibugyo-Virus sollten nicht international reisen, es sei denn, sie befinden sich im Rahmen einer medizinischen Evakuierung, so die WHO.
Die Organisation riet dazu, bestätigte Fälle umgehend zu isolieren und Kontaktpersonen täglich zu überwachen. Inlandsreisen sollten eingeschränkt und internationale Reisen bis 21 Tage nach der Exposition untersagt werden.
Gleichzeitig appellierte die WHO an die Länder, ihre Grenzen nicht aus Angst zu schließen oder Reisen und Handel einzuschränken, da dies zu unkontrollierten, informellen Grenzübertritten von Personen und Waren führen könnte.
Die dichten tropischen Wälder der Demokratischen Republik Kongo sind ein natürliches Reservoir für das Ebola-Virus.
Das oft tödlich verlaufende Virus, das Fieber, Gliederschmerzen, Erbrechen und Durchfall verursacht, verbreitet sich laut den Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen, kontaminierten Materialien oder Personen, die an der Krankheit verstorben sind.
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