Japan bereitet eine neuartige Mission zu den Monden des Mars vor
Japan steht kurz davor, einen neuen Schritt in der Erforschung des Mars-Systems zu machen. Am 20. Oktober soll eine H3-Rakete von Tanegashima abheben, die die Sonde MMX an Bord hat, die dazu konzipiert ist, Proben von einem der Mars-Monde zu entnehmen und zur Erde zurückzubringen. Eine ehrgeizige wissenschaftliche Mission, die neue Hinweise zur Entstehung des Sonnensystems liefern könnte.
Ein Weltraumtermin am 20. Oktober festgelegt
Das Datum steht nun fest. Die japanische Raumfahrtagentur (JAXA) plant den Start der Mission Martian Moons eXploration, besser bekannt als MMX, am 20. Oktober 2026.
Die Sonde wird von einer H3-Rakete vom Raumfahrtzentrum Tanegashima aus gestartet. Der Start ist für 04:41 Uhr japanischer Zeit, also 19:41 Uhr GMT am 19. Oktober, geplant.
Diese unbemannte Mission verfolgt ein besonders ehrgeiziges Ziel: das Mars-Umfeld zu erreichen, seine beiden Monde zu studieren und Materialien von deren Oberfläche zu sammeln, bevor sie den Rückweg zur Erde antreten.
Phobos im Mittelpunkt der Mission
MMX wird sich insbesondere mit Phobos beschäftigen, dem größten der beiden natürlichen Satelliten des Mars. Die Untersuchung dieses kleinen Mondes könnte den Wissenschaftlern helfen, seine Herkunft besser zu verstehen und im weiteren Sinne die Geschichte des Mars-Umfelds.
Die Entnahme von Proben stellt eines der wichtigsten Elemente der Mission dar. Ihre Analyse auf der Erde wird den Forschern ein Maß an Präzision bieten, das mit den an Bord einer Sonde verfügbaren Instrumenten nur schwer zu erreichen ist.
Die zurückgebrachten Materialien könnten somit Informationen über die Zusammensetzung von Phobos liefern und zur wissenschaftlichen Debatte über die Herkunft der Mars-Monde beitragen.
Eine internationale Mission
Obwohl sie von Japan getragen wird, ist MMX Teil einer internationalen Kooperation. Das Projekt vereint unter anderem amerikanische und europäische Raumfahrtbehörden sowie Universitäten und Unternehmen, die auf Raumfahrttechnologien spezialisiert sind.
Diese Zusammenarbeit verdeutlicht die zunehmende Komplexität von Missionen zur Fernforschung, die komplementäre Fähigkeiten erfordern, von der Antriebstechnik über die Raumfahrt-Navigation bis hin zu wissenschaftlicher Instrumentierung und der Gestaltung von Rückführsystemen für Proben.
Die Ursprünge des Sonnensystems verstehen
Über den Mars und seine Satelliten hinaus hoffen die Wissenschaftler, dass die von MMX gesammelten Daten es ermöglichen, weiter in der kosmischen Geschichte zurückzublicken.
Die Untersuchung von Materialien aus einem relativ wenig entwickelten Himmelskörper könnte tatsächlich Hinweise auf die Bedingungen liefern, die während der frühen Phasen der Entstehung des Sonnensystems herrschten.
Die Mission könnte auch zu Forschungen beitragen, die sich mit den Bedingungen befassen, die das Auftreten von Leben auf der Erde begünstigt haben. Ohne allein eine Antwort auf diese Frage zu liefern, könnte die Analyse der Proben und der gesammelten Daten rund um den Mars das Verständnis der Prozesse bereichern, die die verschiedenen Welten des Sonnensystems geformt haben.
Mit MMX strebt Japan an, eine zentrale Rolle in einer neuen Generation von Raumfahrtmissionen zu spielen: solche, die sich nicht mehr nur mit der Beobachtung ferner Welten begnügen, sondern auch direkt Fragmente zur Erde zurückbringen wollen.
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