Kollision zwischen griechischem Küstenwachenschiff und Migrantenboot fordert mindestens 14 Tote
Ein Boot mit Migranten und Asylsuchenden an Bord ist in der Ägäis nahe der Insel Chios mit einem griechischen Küstenwachenschiff kollidiert. Dabei kamen mindestens 14 Menschen ums Leben, wie die Küstenwache mitteilte.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag gegen 21:00 Uhr Ortszeit (19:00 Uhr GMT) vor der Küste von Mersinidi auf Chios, berichtete die griechisch-mazedonische Nachrichtenagentur AMNA.
Die Küstenwache gab an, 26 Personen gerettet und in ein Krankenhaus auf Chios gebracht zu haben, darunter 24 Migranten und zwei Küstenwachenbeamte.
Es sei zunächst unklar, wie viele weitere Personen sich auf dem Schnellboot befanden.
Unter den Verletzten befanden sich sieben Kinder und eine schwangere Frau, berichteten griechische Medien.
Eine Such- und Rettungsaktion mit Patrouillenbooten, einem Hubschrauber und Tauchern sei im Gange, so AMNA.
Aufnahmen der griechischen Zeitung Ta Nea zeigten offenbar, wie mindestens eine Person von einem neben einem Anleger vertäuten Boot in ein Fahrzeug mit Blaulicht gebracht wurde.
Ein namentlich nicht genannter Beamter der Küstenwache erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Kollision habe sich ereignet, nachdem das Migrantenboot auf ein Küstenwachenschiff zugesteuert hatte, das es zur Umkehr aufgefordert hatte.
Griechenland ist seit Langem ein wichtiger Transitpunkt für Migranten und Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien, die versuchen, nach Europa zu gelangen.
In den Jahren 2015 und 2016 stand Griechenland an vorderster Front der Migrationskrise. Fast eine Million Menschen erreichten die griechischen Inseln, darunter Chios, aus der benachbarten Türkei.
Die Ankünfte sind in den letzten Jahren jedoch zurückgegangen, da Griechenland seine Asyl- und Migrationspolitik verschärft hat, unter anderem durch verstärkte Grenzkontrollen und verstärkte Seepatrouillen.
Das Land geriet wegen seines Umgangs mit Migranten und Asylsuchenden, die auf dem Seeweg einreisen, in die Kritik, insbesondere nach einem Schiffsunglück im Jahr 2023, bei dem Hunderte von Migranten und Flüchtlingen ums Leben kamen, nachdem die Küstenwache laut Zeugenaussagen versucht hatte, ihren Trawler abzuschleppen.
Die EU-Grenzschutzagentur gab letztes Jahr bekannt, zwölf Fälle möglicher Menschenrechtsverletzungen durch Griechenland zu prüfen, darunter auch Vorwürfe, wonach Asylsuchende von den griechischen Grenzen zurückgewiesen wurden.
Griechenland bestreitet Menschenrechtsverletzungen und die Zurückweisung von Asylsuchenden.
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