Marokko belegt Platz 34 im internationalen Ranking für islamische Finanztechnologie
Marokko belegt im internationalen Ranking für islamische Finanztechnologie den 34. Platz. Dies geht aus der neuesten Ausgabe des Berichts der spezialisierten Unternehmen DinarStandard und Elips hervor. Das Ranking, das 64 Länder umfasst, unterstreicht den zwar moderaten, aber stetigen Fortschritt des Königreichs in diesem schnell wachsenden globalen Sektor.
Dem Bericht zufolge wird das aktuelle Transaktionsvolumen im Bereich islamischer Finanztechnologie in Marokko auf 127,6 Millionen US-Dollar geschätzt. Bis 2029 wird ein Anstieg auf über 182 Millionen US-Dollar erwartet, was ein erhebliches Wachstumspotenzial widerspiegelt, obwohl der nationale Markt im Vergleich zu großen internationalen Zentren noch bescheiden ist.
Weltweit führt Saudi-Arabien das Ranking an, gefolgt von Malaysia, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indonesien. Am anderen Ende der Rangliste befinden sich Palästina, Jemen und Suriname. Der Bericht hebt hervor, dass 16 Länder im vergangenen Jahr ein Transaktionsvolumen im Bereich islamischer Finanztechnologie von über einer Milliarde US-Dollar verzeichneten, was das rasante Wachstum des Sektors in verschiedenen Regionen weltweit verdeutlicht.
Die fünfte Ausgabe des Rankings, das als Benchmark für politische Entscheidungsträger, Investoren und Startup-Gründer gilt, schätzt den globalen Markt für islamische Fintech-Lösungen auf fast 198 Milliarden US-Dollar. Dieses Volumen könnte bis 2029 auf 341 Milliarden US-Dollar ansteigen, angetrieben durch die steigende Nachfrage nach Scharia-konformen digitalen Finanzdienstleistungen.
Die Bewertung basiert auf 19 Indikatoren in fünf Kategorien: Fachkräfte, regulatorischer Rahmen, Infrastruktur, Ökosystem und Markt für islamische Fintech-Lösungen sowie Kapital. Der Bericht legt besonderes Augenmerk auf die beiden letztgenannten Kategorien, da diese als entscheidend für die Messung des tatsächlichen Reifegrads von Ländern in diesem Bereich gelten.
Laut Hudayfa Patel, einem Berater für digitale Vermögenswerte und Fintech-Entwicklung, der an dem Bericht mitgewirkt hat, hat sich die digitale Finanzwelt innerhalb von nur einem Jahrzehnt zu einer zentralen Säule der globalen Finanzdienstleistungen entwickelt. Er betont, dass sich die Umsätze des globalen Fintech-Marktes bis 2030 verfünffachen und 1,5 Billionen US-Dollar erreichen könnten. In diesem Kontext erscheint die digitale islamische Finanzwelt als ein Segment mit großem Potenzial, obwohl ihr Anteil am Gesamtmarkt derzeit noch begrenzt ist.
Der Bericht hebt zudem die Chancen hervor, die integrierte Finanzdienstleistungen bieten, insbesondere durch Lösungen wie Scharia-konforme „Jetzt kaufen, später zahlen“-Angebote, Mikro-Takaful, E-Commerce-Plattformen und mobile Anwendungen. Der globale Markt für integrierte Finanzdienstleistungen könnte bis 2030 ein Volumen von 7,2 Billionen US-Dollar erreichen und so den Zugang zu islamischen Finanzdienstleistungen erleichtern.
Allerdings stellen der eingeschränkte Kapitalzugang und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben weiterhin die größten Hürden für die Akteure der Branche dar. Angesichts dieser Herausforderungen sehen Experten in der Entwicklung von Business-to-Business-Modellen einen strategischen Weg, um das Wachstum islamischer Fintech-Unternehmen, auch in Marokko, zu beschleunigen.
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