Marokko gedenkt der Revolution von König und Volk
Marokko feiert den 73. Jahrestag der Revolution von König und Volk, eine bedeutende nationale Gedenkveranstaltung, die mit dem Kampf des Landes um die Unabhängigkeit und der engen Beziehung zwischen der Monarchie und der marokkanischen Bevölkerung verbunden ist.
Jedes Jahr am 20. August erinnert der Anlass an die Ereignisse von 1953, als Sultan Mohammed V. und Mitglieder der königlichen Familie von den französischen Protektoratsbehörden ins Exil geschickt wurden. Seine Absetzung löste weitreichende Proteste aus und stärkte den nationalistischen Widerstand, anstatt ihn zu schwächen.
Der Jahrestag ist in einer breiteren Geschichte des Widerstands verwurzelt, die nach der Errichtung des französischen Protektorats im Jahr 1912 entstand. Bewaffnete Auseinandersetzungen fanden in mehreren Teilen des Landes statt, während politische Aktivisten allmählich eine nationale Bewegung aufbauten, die größere Souveränität und politische Rechte forderte.
Die Präsentation des marokkanischen Unabhängigkeitsmanifests am 11. Januar 1944 markierte einen wichtigen Schritt in diesem politischen Kampf. Das Dokument forderte die Unabhängigkeit Marokkos und spiegelte die wachsende Koordination zwischen nationalistischen Kräften und der Monarchie wider.
Ein weiterer bedeutender Moment war der Besuch von Mohammed V. in Tanger im April 1947. Seine Rede dort bekräftigte öffentlich die Bestrebungen Marokkos nach Unabhängigkeit und nationaler Einheit und stärkte weiter seine Position als Symbol der Unabhängigkeitsbewegung.
Die Entscheidung, den Monarchen am 20. August 1953 ins Exil zu schicken, sollte von den Protektoratsbehörden den nationalistischen Bewegung schwächen. Stattdessen wurde es zu einem Wendepunkt. Demonstrationen, Widerstandsakte und unterirdische nationalistische Aktivitäten breiteten sich im ganzen Land aus, während der Widerstand gegen die koloniale Herrschaft intensiver wurde.
Zu den Persönlichkeiten, die mit dem Widerstand verbunden waren, gehörte Allal Ben Abdallah, der im September 1953 einen Angriff auf die kolonialen Behörden durchführte. Widerstandsnetzwerke operierten auch in Casablanca und anderen marokkanischen Städten, während die Befreiungsarmee im Oktober 1955 militärische Operationen im Norden Marokkos begann.
Angesichts des wachsenden Drucks trat Frankreich schließlich in Verhandlungen mit marokkanischen Vertretern ein. Mohammed V. kehrte am 16. November 1955 nach Marokko zurück, was den Beginn des endgültigen Übergangs zur Unabhängigkeit markierte. Marokko erlangte 1956 offiziell seine Unabhängigkeit zurück und konzentrierte sich anschließend auf den Aufbau seiner nationalen Institutionen und die Stärkung seiner Souveränität.
Die Zeit nach der Unabhängigkeit umfasste auch Bemühungen, die territoriale Einheit Marokkos zu konsolidieren. Während der Herrschaft von König Hassan II. erlangte Marokko Gebiete wie Tarfaya und Sidi Ifni zurück, während der Grüne Marsch von 1975 zu einem der bedeutendsten Ereignisse in der modernen politischen Geschichte des Landes wurde.
Heute bleibt die Revolution von König und Volk ein wichtiger Teil der nationalen Geschichtserzählung Marokkos. Der Jahrestag wird genutzt, um Themen wie Patriotismus, Opferbereitschaft, nationale Einheit und die Kontinuität zwischen dem Unabhängigkeitskampf des Landes und seiner zeitgenössischen Entwicklung hervorzuheben.
Unter König Mohammed VI. wird die Gedenkveranstaltung auch als Gelegenheit präsentiert, über die laufende wirtschaftliche und soziale Entwicklung Marokkos, seine nationale Souveränität und seine Rolle in regionalen und internationalen Angelegenheiten nachzudenken.
Der 73. Jahrestag dient daher nicht nur als Erinnerung an die Ereignisse von 1953, sondern auch als Mahnung an die historischen Opfer, die mit Marokkos Unabhängigkeit verbunden sind. Für viele Marokkaner symbolisiert der Anlass die beständige Verbindung zwischen der Monarchie und dem Volk sowie die Werte von Einheit und nationaler Resilienz.
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