Marokko ist die attraktivste Wirtschaft in Nordafrika
Marokko hat sich als die attraktivste Wirtschaft in Nordafrika etabliert, laut dem 2026 Global Attractiveness Ranking, das von The European House – Ambrosetti, einem europäischen Beratungs- und Forschungszentrum, veröffentlicht wurde.
Das Königreich belegte den 84. Platz unter 146 bewerteten Ländern und liegt damit vor Algerien, Ägypten, Tunesien und Mauretanien in der regionalen Rangliste. Algerien belegte den 85. Platz, gefolgt von Ägypten auf dem 88. Platz, Tunesien auf dem 105. und Mauretanien auf dem 131. Platz.
Das Ranking bewertet Länder nach vier breiten wirtschaftlichen Dimensionen: Offenheit, Innovation, Verfügbarkeit von Ressourcen und Effizienz. Diese Indikatoren sollen zusammen messen, wie gut Volkswirtschaften Schocks standhalten können, während sie ein nachhaltiges Wachstum mittel- und langfristig aufrechterhalten.
Die Vereinigten Staaten führten das globale Ranking an, gefolgt von China und Singapur. Die starke Leistung dieser Volkswirtschaften spiegelt ihre Kombination aus Markttiefe, Innovationskapazität, Infrastruktur, Ressourcen und institutioneller Stärke wider.
Unter den arabischen Ländern war die Vereinigten Arabischen Emirate am höchsten eingestuft und belegte den siebten Platz weltweit. Katar kam auf den 26. Platz, während Saudi-Arabien den 27. Platz belegte. Auch andere Golfstaaten, darunter Kuwait, Bahrain und Oman, schnitten stark ab.
Der Bericht erscheint vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft. Langsamere Wachstumsraten, Störungen auf den Energiemärkten und Druck auf die internationale Logistik haben die Bedeutung wirtschaftlicher Resilienz erhöht. Geopolitische Spannungen haben auch wichtige Handelsrouten, einschließlich der Straße von Hormuz, betroffen, während die Schifffahrtsaktivitäten durch das Rote Meer und den Suezkanal unter dem Niveau vor der Krise bleiben.
Vor diesem Hintergrund wird die wirtschaftliche Attraktivität zunehmend als mehr denn nur die Fähigkeit eines Landes angesehen, ausländisches Kapital, Unternehmen und Fachkräfte anzuziehen. Der Bericht hebt die Bedeutung starker wirtschaftlicher und institutioneller Grundlagen, resilienter Infrastruktur, Innovationsfähigkeiten und den Zugang zu strategischen Ressourcen hervor.
Die Qualität der Regulierung ist ein weiterer wichtiger Faktor, der Investitionsentscheidungen beeinflusst. Laut der Studie müssen Regierungen administrative Verfahren vereinfachen, die Koordination zwischen den öffentlichen Behörden verbessern und klare Fristen und Verantwortlichkeiten festlegen. Ein vorhersehbares regulatorisches Umfeld kann es Unternehmen erleichtern, Projekte zu starten und ihre Aktivitäten auszubauen.
Die digitale Infrastruktur wird ebenfalls zunehmend wichtig. Fortschrittliche Telekommunikation und digitale Netzwerke gelten als unerlässlich für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für die Anziehung technologiebezogener Investitionen. Der Bericht betont daher die Notwendigkeit, die Entwicklung der digitalen Infrastruktur, insbesondere in produktiven Bereichen und Regionen mit bestehenden Konnektivitätslücken, zu beschleunigen.
Das Ranking hebt auch signifikante Verschiebungen unter den größten Volkswirtschaften der Welt hervor. Deutschland fiel auf den vierten Platz, nachdem es von Singapur überholt wurde, obwohl es weiterhin ein hohes Gesamtmaß an Attraktivität aufrechterhält. Das Land wurde jedoch in einem kritischen Bereich hinsichtlich der wirtschaftlichen Dynamik eingestuft.
Frankreich fiel ebenfalls auf den 10. Platz, während Italien seine Attraktivität weiter verbesserte, wenn auch langsamer als einige der dynamischeren Volkswirtschaften der Welt.
Die Position Marokkos im Ranking 2026 unterstreicht sein wachsendes wirtschaftliches Profil innerhalb Nordafrikas. Seine relativ starke Leistung spiegelt die Bedeutung von Offenheit, Infrastruktur, Investitionsbedingungen und wirtschaftlicher Diversifizierung für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld wider.
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