Marokko zählt zu den wichtigsten Handelspartnern der USA in Afrika
Marokko gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der USA auf dem afrikanischen Kontinent. Der bilaterale Handel erreicht ein Volumen von rund 7,5 Milliarden US-Dollar. Jüngsten Daten zufolge weist die Handelsbilanz einen geschätzten US-Überschuss von 3,65 Milliarden US-Dollar zugunsten Washingtons auf.
Marokkanische Exporte in die USA umfassen hauptsächlich Düngemittel, Halbleiter, Textilien, Agrarprodukte und die Automobilindustrie. Im Gegenzug importiert das Königreich unter anderem Kohlenwasserstoffe, Flugzeuge und diverse technologische Ausrüstungen. Diese Handelsdynamik wird maßgeblich durch das 2004 zwischen den beiden Ländern unterzeichnete Freihandelsabkommen begünstigt, das den wirtschaftlichen Austausch gestärkt und den Zugang marokkanischer Produkte zum amerikanischen Markt erleichtert hat.
Auf kontinentaler Ebene bleibt Südafrika Washingtons wichtigster Handelspartner in Afrika. Der Handel zwischen den beiden Ländern erreichte ein Volumen von rund 23,05 Milliarden US-Dollar, was fast 28 % des gesamten Handels zwischen den USA und Afrika entspricht. Pretoria verzeichnet einen beträchtlichen Handelsüberschuss von schätzungsweise 10,1 Milliarden US-Dollar, der vor allem auf Exporte von Edelmetallen wie Platin, Gold, Silber und Palladium sowie von Agrar-, Automobil- und Chemieprodukten zurückzuführen ist.
Ägypten liegt mit einem Handelsvolumen von 12,54 Milliarden US-Dollar an zweiter Stelle. Kairo weist jedoch ein Handelsdefizit von rund 6,63 Milliarden US-Dollar auf, da sich die Exporte hauptsächlich auf Textilien und Bekleidung sowie bestimmte Erdöl-, Chemie- und Agrarprodukte konzentrieren. Das Land profitiert insbesondere vom System der qualifizierten Industriezonen, das einen bevorzugten Zugang zum amerikanischen Markt ermöglicht.
Nigeria ist seinerseits der drittgrößte Handelspartner der Vereinigten Staaten in Afrika mit einem geschätzten Handelsvolumen von 12 Milliarden US-Dollar und einem Handelsdefizit von rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Das Land ist nach wie vor Afrikas führender Ölexporteur in die Vereinigten Staaten mit voraussichtlich fast 46,62 Millionen Barrel im Jahr 2025, was mehr als der Hälfte des gesamten afrikanischen Öls entspricht, das auf den amerikanischen Markt geliefert wird. Nigeria exportiert außerdem raffinierte Erdölprodukte und Kakao und importiert gleichzeitig amerikanische Autos, Maschinen und Industrieanlagen.
Zu den weiteren afrikanischen Handelspartnern Washingtons zählen Algerien, die Elfenbeinküste, Ghana, Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo und Libyen mit einem Handelsvolumen zwischen 2 und 4 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser Handelsbeziehungen ist das gesamte Handelsvolumen zwischen den Vereinigten Staaten und Afrika deutlich geringer als das mit China. Bis 2025 erreichte der Handel zwischen Peking und dem afrikanischen Kontinent rund 348,5 Milliarden US-Dollar – fast das Vierfache des Handelsvolumens zwischen Washington und Afrika. Dieser Unterschied lässt sich größtenteils durch divergierende Wirtschaftsstrategien erklären: China verfolgt eine offenere Handelspolitik gegenüber afrikanischen Produkten und hat sogar die Zölle auf Importe aus Afrika ab Mai 2026 abgeschafft, während die Vereinigten Staaten weiterhin bestimmte Zölle erheben und die Zahl der Länder, die vom African Growth and Opportunity Act (AGOA) profitieren, reduzieren.
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