Amsterdam plant eine der höchsten Touristensteuern der Welt zur Bekämpfung des Overtourismus
Amsterdam bereitet sich darauf vor, die Touristenunterkunftsteuer erheblich zu erhöhen, als Teil einer umfassenderen Strategie zur Bekämpfung des Overtourismus und zur Verringerung des Drucks, den große Besucherzahlen auf die niederländische Hauptstadt ausüben.
Im Rahmen eines neuen lokalen Koalitionsvertrags zwischen Pro Amsterdam und D66 wird erwartet, dass die kommunale Touristensteuer auf Hotelübernachtungen schrittweise von derzeit 12,5% des Zimmerpreises auf 16% im Jahr 2027 steigt. Der Satz würde dann jedes Jahr um einen Prozentpunkt erhöht werden, bis er 2031 20% erreicht.
Die Erhöhung wird mit einer Steigerung der Mehrwertsteuer auf Hotelunterkünfte in den Niederlanden zusammenfallen, die von 9% auf 21% steigen soll. Infolgedessen könnte die kombinierte Steuerlast auf Hotelzimmer in Amsterdam bis 2031 etwa 41% erreichen.
Für Besucher könnte die finanzielle Auswirkung erheblich sein. Ein Hotelzimmer, das beispielsweise 200 € pro Nacht kostet, könnte unter den geplanten Sätzen mehr als 80 € an Steuern generieren.
Die Politik ist Teil von Amsterdams Bemühungen, das schnelle Wachstum des Tourismus zu kontrollieren. Die Stadt hat sich das Ziel gesetzt, nicht mehr als 20 Millionen touristische Übernachtungen pro Jahr zu erreichen, eine Schwelle, die wiederholt überschritten wurde.
Die lokalen Behörden erwarten, dass die höhere Touristensteuer bis 2030 etwa 75 Millionen € an zusätzlichen jährlichen Einnahmen generieren wird. Die Mittel sollen dazu beitragen, die Finanzen der Stadt zu stärken, zusätzliche Steuererhöhungen für die Einwohner zu begrenzen und soziale Programme zu unterstützen, einschließlich kostenloser öffentlicher Verkehrsmittel für Kinder unter 16 Jahren.
Die Behörden in Amsterdam argumentieren, dass internationale Besucher einen größeren Beitrag zu den Kosten im Zusammenhang mit dem Tourismus leisten sollten, einschließlich Reinigung, Wartung und öffentliche Sicherheit.
Die Maßnahmen gehen über die Besteuerung von Hotels hinaus. Die neue Koalition plant auch, den Kreuzfahrthafen Amsterdams aus dem Stadtzentrum zu verlegen, um zu verhindern, dass große Kreuzfahrtschiffe in der Nähe des Herzens der Hauptstadt anlegen.
Die Stadt beabsichtigt auch, die tourismusbezogene Besteuerung auf bestimmte Freizeitaktivitäten auszudehnen, die Besucher betreffen, die keine Nacht in Amsterdam verbringen. Gleichzeitig würde die Expansion von Geschäften, die hauptsächlich Touristen ansprechen, wie Souvenir- und Süßwarenläden, im historischen Zentrum eingeschränkt.
Das Paket spiegelt Amsterdams breitere Bemühungen wider, ein Gleichgewicht zwischen den wirtschaftlichen Vorteilen des Tourismus und der Lebensqualität der Bewohner zu finden. Während der Tourismus eine wichtige Einkommens- und Arbeitsquelle bleibt, betrachten die Stadtbehörden die übermäßigen Besucherzahlen zunehmend als Herausforderung für Wohnraum, öffentliche Dienstleistungen, Infrastruktur und den Erhalt des historischen Zentrums.
Wenn die Steuererhöhungen wie geplant umgesetzt werden, würde Amsterdam zu den teuersten europäischen Reisezielen für Touristen gehören und die wachsende Bereitschaft großer Städte unterstreichen, Besteuerung und Regulierung als Instrumente zur Bewältigung des Overtourismus einzusetzen.
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