Trump will Eckpfeiler der US-Klimapolitik demontieren
Die Regierung von Donald Trump hat am Donnerstag ihren bisher umfassendsten Vorstoß zur Deregulierung der Bundesklimapolitik eingeleitet. Sie kündigte an, die wissenschaftliche Feststellung, dass Treibhausgase die öffentliche Gesundheit gefährden, aufzuheben und die landesweiten Abgasnormen für Fahrzeuge abzuschaffen.
Die Umweltschutzbehörde (EPA) erklärte, die Entscheidung würde die sogenannte Gefährdungsfeststellung – eine zentrale regulatorische Grundlage, die während der Präsidentschaft von Barack Obama geschaffen wurde – außer Kraft setzen. Diese Grundlage bildete über ein Jahrzehnt lang die Basis für die US-Grenzwerte klimaschädlicher Emissionen. Trump bezeichnete den Schritt als die größte Deregulierungsmaßnahme in der amerikanischen Geschichte und argumentierte, die Politik habe der heimischen Automobilindustrie geschadet und die Kosten für Verbraucher erhöht.
An der Seite von EPA-Chef Lee Zeldin und dem Haushaltschef des Weißen Hauses, Russ Vought, stellte Trump die Rücknahme der Klimaschutzmaßnahmen als Teil einer umfassenderen Kampagne dar, die Produktion fossiler Brennstoffe auszuweiten und den Übergang zu sauberer Energie zu verlangsamen. Der Präsident, der die Bedenken hinsichtlich des Klimawandels wiederholt heruntergespielt hat, hat die Vereinigten Staaten bereits aus dem Pariser Abkommen zurückgezogen und die unter Joe Biden eingeführten Steueranreize zur Beschleunigung des Ausbaus von Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien abgeschafft.
Obama kritisierte die Entscheidung scharf und warnte, dass die Aufhebung der Gefährdungsfeststellung die Sicherheit der Amerikaner gefährden und ihre Fähigkeit, Klimarisiken zu begegnen, beeinträchtigen würde, während gleichzeitig die fossile Brennstoffindustrie davon profitiere.
Die 2009 erstmals eingeführte Gefährdungsfeststellung ermöglichte es der EPA, Kohlendioxid, Methan und andere Treibhausgase gemäß dem Clean Air Act nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs im Fall Massachusetts gegen die EPA im Jahr 2007 zu regulieren. Ihre Abschaffung würde die Bundesauflagen zur Überwachung und Einhaltung von Treibhausgasgrenzwerten für Fahrzeuge aufheben, wobei die unmittelbaren Auswirkungen auf stationäre Anlagen wie Kraftwerke noch unklar sind.
Die EPA argumentierte, die Änderungen könnten den Steuerzahlern rund 1,3 Billionen Dollar einsparen. Die Vorgängerregierung hingegen hatte geschätzt, dass die Regeln den Verbrauchern durch niedrigere Kraftstoff- und Wartungskosten erhebliche Vorteile bringen würden. Laut Behördenangaben sind der Transport- und der Energiesektor jeweils für etwa ein Viertel der US-amerikanischen Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Die Reaktionen der Industrie fielen gemischt aus. Die Alliance for Automotive Innovation sprach sich zwar nicht direkt für die Aufhebung der Emissionsgrenzwerte aus, merkte aber an, dass die bisherigen Ziele angesichts der aktuellen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen äußerst schwer zu erreichen seien. Umweltschützer äußerten sich deutlich kritischer. Der Environmental Defense Fund warnte, die Rücknahme der Grenzwerte werde letztendlich die Umweltverschmutzung erhöhen und die Kosten für extreme Wetterereignisse und Versicherungen in die Höhe treiben.
Gemäß den von Biden eingeführten Regelungen hatte die EPA angestrebt, die Abgasemissionen von Pkw bis 2032 im Vergleich zu den prognostizierten Werten von 2027 nahezu zu halbieren und erwartet, dass zwischen 35 % und 56 % der Neuwagenverkäufe in den frühen 2030er Jahren elektrisch sein müssten. Beamte prognostizierten damals jährliche Nettovorteile von 99 Milliarden US-Dollar bis 2055, darunter erhebliche Einsparungen bei Kraftstoff und Wartung für Autofahrer.
Die Kohleindustrie begrüßte die Ankündigung und erklärte, sie könne die Stilllegung alternder Kohlekraftwerke verlangsamen und zur Sicherung der Netzstabilität beitragen. Rechtsexperten warnten jedoch, dass die Kehrtwende in der Klimapolitik eine Klagewelle und regulatorische Unsicherheit auslösen könnte. Umweltorganisationen wie der Natural Resources Defense Council und Earthjustice haben bereits angekündigt, die Entscheidung gerichtlich anzufechten. Dies könnte zu einem langwierigen Rechtsstreit führen, der letztendlich bis vor den Obersten Gerichtshof gelangen könnte.
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