US-Austritt aus der WHO vom WHO-Chef als „unwahr“ kritisiert
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, erklärte am Sonntag, die von den USA angegebenen Gründe für ihren Austritt aus der UN-Gesundheitsorganisation seien „unwahr“ und warnte, die Entscheidung werde die Welt unsicherer machen.
„Leider sind die von den USA für ihren Austritt aus der WHO genannten Gründe unwahr. Die Austrittserklärung gefährdet sowohl die USA als auch die Welt“, schrieb Ghebreyesus auf der US-amerikanischen Social-Media-Plattform X.
Er betonte, die USA hätten als Gründungsmitglied maßgeblich zu den Erfolgen der Organisation beigetragen und bekräftigte, die WHO habe stets mit den USA und allen Mitgliedstaaten „unter voller Achtung ihrer Souveränität“ zusammengearbeitet.
„Wir hoffen, dass die USA künftig wieder aktiv an der WHO teilnehmen werden. Die WHO bekräftigt unterdessen ihr unerschütterliches Engagement für die Zusammenarbeit mit allen Ländern, um ihre Kernaufgabe und ihren verfassungsmäßigen Auftrag zu erfüllen: den bestmöglichen Gesundheitsstandard als Grundrecht für alle Menschen zu gewährleisten“, sagte er.
Die WHO bekräftigte ihre Reaktion auf das Coronavirus und wies die US-Vorwürfe zurück, sie habe den zeitnahen und korrekten Austausch wichtiger Informationen behindert.
„Die Vereinigten Staaten behaupteten in ihren Stellungnahmen außerdem, die WHO verfolge eine ‚politisierte, bürokratische Agenda, die von Nationen vorangetrieben wird, die den amerikanischen Interessen feindlich gesinnt sind‘. Dies ist unwahr. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die von 194 Mitgliedstaaten getragen wird, war und ist die WHO stets unparteiisch und dient allen Ländern mit Achtung ihrer Souveränität und ohne Ansehen der Person“, hieß es weiter.
Die USA haben ihren Austritt aus der WHO formell vollzogen und damit ihre fast 78-jährige Mitgliedschaft beendet, teilten US-Beamte mit.
Der Austritt wurde am 22. Januar wirksam, nach Ablauf der in den internationalen Regeln vorgeschriebenen einjährigen Kündigungsfrist.
US-Präsident Donald Trump ist seit Langem ein scharfer Kritiker der WHO, insbesondere während und nach der COVID-19-Pandemie.
Er warf der Organisation vor, die Anfangsphase des Ausbruchs falsch gehandhabt zu haben, zu eng mit China zusammenzuarbeiten, ungenaue Informationen aus Peking zu verbreiten und die Krise zu politisieren, indem er die US-Einreiseverbote für Reisende aus China als rassistisch bezeichnete.
Trump kritisierte zudem die seiner Ansicht nach unfaire finanzielle Belastung der USA. Er sagte, die USA zahlten deutlich mehr als andere Länder, darunter China, ohne im Gegenzug eine faire Behandlung zu erhalten.
Während seiner zweiten Amtszeit setzte Trump diese Kritikpunkte in die Tat um und kündigte den Austritt der USA aus der WHO für das Jahr 2025 an. Damit endete die fast acht Jahrzehnte währende Mitgliedschaft und Finanzierung der USA.
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