Weltbank: Armutsbekämpfung in Marokko und relative Verbesserung der Wirtschaftsindikatoren
Die Weltbank hat in ihrem jüngsten Bericht zum Armutsindex und Länderausblick einen differenzierten Überblick über die sozioökonomische Lage Marokkos gegeben. Für das Jahr 2024 hebt die internationale Institution einen Rückgang der Armutsquote hervor, verbunden mit einer relativen Verbesserung mehrerer makroökonomischer Indikatoren. Gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit, den fiskalischen Spielraum zur Finanzierung sozialer Reformen und struktureller Investitionen zu stärken.
Dem Bericht zufolge verzeichnete Marokko, das als Land mit niedrigem mittlerem Einkommen eingestuft ist, im Jahr 2024 eine geschätzte Armutsquote von 2,3 %. Diese wurde auf Basis der internationalen Armutsgrenze von 3 US-Dollar pro Tag berechnet. Dieses Niveau spiegelt einen deutlichen Fortschritt gegenüber den Vorjahren wider und bestätigt einen Trend zu verbesserten Lebensbedingungen für einen erheblichen Teil der Bevölkerung.
Die Weltbank merkt zudem an, dass das Königreich zu den Ländern gehört, die in einem von erheblichen Ungleichheiten geprägten regionalen Umfeld, das den Nahen Osten, Nordafrika, Afghanistan und Pakistan umfasst, nicht von Fragilität, Konflikten oder Gewalt betroffen sind. Diese relative Stabilität stellt laut der Institution einen wichtigen Vorteil für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes dar.
Im Finanzbereich profitiert Marokko laut Bericht eher von Finanzierungen der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) als von Programmen der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA), die für die ärmsten Länder bestimmt sind. Dies spiegelt die Fähigkeit des Königreichs wider, unter günstigeren Bedingungen Zugang zu den internationalen Finanzmärkten zu erhalten.
Bezüglich des Wirtschaftswachstums hebt die Weltbank eine Stärkung der Aktivität im Jahr 2025 hervor, die durch verschiedene Faktoren gestützt wird, darunter höhere öffentliche Ausgaben für Infrastruktur, höhere ausländische Direktinvestitionen, verbesserte Wetterbedingungen dank besserer Niederschläge und die allmähliche Rückkehr des Verbrauchervertrauens. Der Bericht stellt fest, dass wichtige makroökonomische Indikatoren wie Inflation, Haushaltsdefizit und Leistungsbilanzdefizit weitgehend unter Kontrolle blieben.
Die Institution betont jedoch die Bedeutung einer Ausweitung des fiskalischen Spielraums, um Reformen des Sozialschutzes nachhaltig zu finanzieren und öffentliche Investitionen aufrechtzuerhalten, die als entscheidender Motor für inklusives Wachstum gelten. Auch das Thema Beschäftigung bleibt trotz der erzielten Fortschritte zentral. Der Bericht stellt fest, dass die marokkanische Regierung einen speziellen Beschäftigungsplan zur Bekämpfung des anhaltenden Mangels an Arbeitsplätzen – einer weiterhin bestehenden strukturellen Herausforderung – aufgelegt hat.
Mittelfristig bleiben die Aussichten relativ günstig. Der Bericht „Makroökonomischer Armutsausblick“ (MPO) zählt Marokko zu den Ländern, die seit der COVID-19-Pandemie einen allgemeinen Abwärtstrend bei der Armut verzeichnen, wobei das Tempo dieser Verbesserung je nach Region und Bevölkerungsgruppe variiert. Diese Prognosen basieren auf Daten aus Haushaltsbefragungen, ökonomischen Simulationsmodellen, Informationen zu Sozialhilfeprogrammen sowie Wachstums- und Inflationsprognosen.
Die Weltbank merkt schließlich an, dass die globalen Bemühungen zur Armutsbekämpfung weiterhin durch die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie, Inflation, Konflikte und extreme Klimaschocks beeinträchtigt werden. In diesem schwierigen internationalen Kontext scheint Marokko im Vergleich zu vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen dennoch einen relativ eigenständigen Weg einzuschlagen. Dieser wird durch institutionelle und wirtschaftliche Stabilität begünstigt, die das Land relativ unbeeinflusst von Fragilität und Konflikten hält.
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