BRICS entwickelt sich zu einer wachsenden Kraft, die die globale Wirtschaft umgestaltet
Die BRICS-Gruppe ist zu einer zunehmend einflussreichen Plattform in den internationalen Angelegenheiten geworden, da geopolitische und wirtschaftliche Veränderungen das globale Machtgleichgewicht umgestalten. Ursprünglich als eine Möglichkeit konzipiert, den Aufstieg großer Schwellenländer zu beschreiben, hat sich die Gruppe allmählich zu einem politischen und wirtschaftlichen Forum entwickelt, das eine größere Rolle für den Globalen Süden in der internationalen Entscheidungsfindung anstrebt.
Der Begriff BRIC wurde 2001 von dem britischen Ökonomen Jim O’Neill geprägt, der damals Chefökonom bei Goldman Sachs war. Seine Analyse identifizierte Brasilien, Russland, Indien und China als schnell wachsende Volkswirtschaften mit dem Potenzial, in den kommenden Jahrzehnten zu wichtigen Treibern des globalen Wachstums zu werden. Das Konzept ging später über die wirtschaftliche Analyse hinaus und wurde zur Grundlage für die politische Zusammenarbeit zwischen den vier Ländern.
Im Jahr 2006 begannen die Außenminister von Brasilien, Russland, Indien und China, formelle Koordination am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Südafrika trat 2011 der Gruppe bei, wodurch BRIC zu BRICS wurde und ihre politische und wirtschaftliche Reichweite erweiterte.
Die Gruppe machte 2009 einen weiteren wichtigen Schritt, als der erste BRICS-Gipfel in Jekaterinburg, Russland, stattfand. Die Führer diskutierten die globale wirtschaftliche Situation und forderten Reformen der internationalen Finanzinstitutionen, einschließlich des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank.
Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Neuen Entwicklungsbank während des BRICS-Gipfels in Fortaleza, Brasilien, im Jahr 2014. Mit einem anfänglichen genehmigten Kapital von 100 Milliarden US-Dollar wurde die Institution geschaffen, um Infrastruktur- und nachhaltige Entwicklungsprojekte in Mitgliedsländern und anderen Schwellenländern zu finanzieren und das Bestreben der Gruppe zu verstärken, Finanzmechanismen außerhalb traditioneller, westlich geführter Institutionen zu entwickeln.
BRICS erweiterte sich erneut ab 2024, als Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran und Äthiopien der Gruppe beitraten, während Indonesien anschließend Mitglied wurde. Die Erweiterung erhöhte erheblich die geografische Reichweite und das wirtschaftliche Gewicht des Blocks und stärkte seine Position als Plattform, die ein breiteres Spektrum an Schwellen- und Entwicklungsländern repräsentiert.
Der BRICS-Gipfel 2024 in Kasan, Russland, war besonders bedeutend, da er das erste große Treffen nach der Erweiterung war. Die Führer diskutierten über wirtschaftliche Zusammenarbeit, eine größere Nutzung nationaler Währungen im Handel und bei finanziellen Abwicklungen, Investitionen, Reformen der globalen Governance und eine Reihe internationaler Themen.
Die wachsende Bedeutung der Gruppe ist weitgehend mit dem kombinierten wirtschaftlichen und demografischen Gewicht ihrer Mitglieder verbunden. Die BRICS-Länder machen mehr als 40 % der Weltbevölkerung aus und repräsentieren einen erheblichen Anteil der globalen Wirtschaftsleistung und des Handels. Ihre kollektiven Energieressourcen verleihen der Gruppe auch eine beträchtliche Bedeutung auf den internationalen Rohstoffmärkten.
Auf Basis der Kaufkraftparität hat BRICS zunehmend die G7 in Bezug auf seinen kombinierten Anteil an der globalen Produktion übertroffen. Laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds, die in den Quellmaterialien zitiert werden, machte die erweiterte Gruppe im Jahr 2025 etwa 35 % des globalen BIP auf Basis der Kaufkraftparität aus, verglichen mit etwa 30 % für die G7.
Dieser Wandel spiegelt eine breitere Transformation der globalen Wirtschaft wider, bei der ein wachsender Anteil der wirtschaftlichen Aktivität in Schwellenmärkten in Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten konzentriert ist. Die BRICS-Mitglieder haben versucht, ihr kombiniertes Gewicht zu nutzen, um Reformen internationaler Institutionen und eine größere Vertretung für Entwicklungsländer zu fordern.
Die Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar ist ebenfalls ein wichtiges Diskussionsthema geworden. Die BRICS-Mitglieder haben untersucht, wie der Handel in nationalen Währungen ausgeweitet werden kann, die finanzielle Zusammenarbeit gestärkt und grenzüberschreitende Zahlungsmechanismen verbessert werden können. Dennoch hat die Gruppe keine gemeinsame Währung etabliert, und es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen ihren Mitgliedern hinsichtlich der Wirtschaftspolitik, geopolitischen Prioritäten und Finanzsysteme.
Die Gruppe strebt auch eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Investitionen, Energie und Infrastruktur an. Die Neue Entwicklungsbank bleibt eine ihrer sichtbarsten Institutionen, während Diskussionen über alternative Zahlungsarrangements die Bemühungen widerspiegeln, den internationalen Handel weniger von einer kleinen Anzahl finanzieller Zentren und Währungen abhängig zu machen.
Indien hat 2026 den BRICS-Vorsitz und bereitet sich darauf vor, den nächsten Gipfel der Gruppe am 12. und 13. September in Neu-Delhi auszurichten. Es wird erwartet, dass sich die Führer der erweiterten Mitgliedschaft versammeln, während die Gruppe weiterhin über ihre zukünftige Rolle im internationalen Wirtschafts- und politischen System diskutiert.
BRICS steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen, einschließlich der Unterschiede zwischen seinen Mitgliedern, variierenden Wirtschaftsstrukturen und konkurrierenden nationalen Interessen. Dennoch unterstreichen seine Erweiterung und der wachsende Anteil an der globalen Wirtschaftsaktivität die sich verändernde Natur der internationalen Ordnung und den zunehmenden Einfluss der Schwellenländer auf die Gestaltung der globalen wirtschaftlichen Governance.
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