Liechtenstein beendet die Regel der männlichen Nachfolge für den Thron
Liechtenstein hat die traditionelle Bevorzugung männlicher Erben in seiner königlichen Nachfolge abgeschafft und ein neues System eingeführt, nach dem das älteste Kind des Souveräns den Thron unabhängig vom Geschlecht erben wird.
Die Änderung wurde am Samstag, den 15. August, vom Fürstenhaus bekannt gegeben, zeitgleich mit dem Nationalfeiertag Liechtensteins. Nach der neuen Regelung wird eine älteste Tochter die gleichen Nachfolgeansprüche wie ein ältester Sohn haben.
Absolute Primogenitur ersetzt männliche Präferenz
Das Fürstenhaus erklärte, dass die Reihenfolge der Nachfolge von der männlichen Primogenitur zur absoluten Primogenitur übergehen wird.
Praktisch bedeutet dies, dass das erstgeborene Kind des regierenden Souveräns nun der Thronerbe wird, unabhängig davon, ob dieses Kind ein Junge oder ein Mädchen ist. Der Nachfolger wird schließlich die Rolle des Prinzen oder der Prinzessin von Liechtenstein übernehmen.
Die Reform wurde laut der Ankündigung vom Fürstenhaus selbst beschlossen.
Eine Änderung der Nachfolgetradition der Monarchie
Die Entscheidung stellt einen bedeutenden Bruch mit dem vorherigen Nachfolgeprinzip dar, das männlichen Nachkommen Vorrang gab.
Durch die Annahme einer geschlechtsneutralen Nachfolge reiht sich Liechtenstein in einen breiteren europäischen Trend unter erblichen Monarchien ein, die von männlichen Präferenzregeln abgerückt sind.
Die Änderung schafft auch ein klareres Prinzip für zukünftige Generationen der regierenden Familie, indem sichergestellt wird, dass die Geburtsreihenfolge und nicht das Geschlecht bestimmt, welches Kind zuerst in der Nachfolge steht.
Hans-Adam II bleibt Souverän
Liechtenstein ist eine konstitutionelle Monarchie, die von Fürst Hans-Adam II. geleitet wird, der seit 1989 auf dem Thron sitzt.
Sein Sohn, Erbprinz Alois, hat seit 2004 die täglichen Geschäfte des Landes als Regent geleitet. Alois spielt daher derzeit die zentrale Rolle in der Verwaltung des Fürstentums, während Hans-Adam II. der regierende Souverän bleibt.
Die Nachfolgereform ändert nicht die aktuelle Führungsstruktur. Vielmehr schafft sie neue Regeln für die Thronvererbung in zukünftigen Generationen.
Eine symbolische Reform, die am Nationalfeiertag angekündigt wurde
Der Zeitpunkt der Ankündigung verleiht der Änderung eine besondere Bedeutung. Der Nationalfeiertag Liechtensteins ist eine der wichtigsten jährlichen öffentlichen Veranstaltungen des Landes, und die Entscheidung führt eine bemerkenswerte verfassungsmäßige Tradition innerhalb der kleinen europäischen Monarchie ein.
Nach dem neuen System wird das älteste Kind zukünftiger Souveräne unabhängig davon den gleichen Anspruch auf Nachfolge haben, ob dieses Kind männlich oder weiblich ist.
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