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Marokko finalisiert Rechtsrahmen für Krypto-Assets
Marokko steht kurz vor einem entscheidenden Schritt zur Regulierung der digitalen Wirtschaft: Die Finalisierung des ersten Rechtsrahmens für Krypto-Assets steht bevor. Die Finanz- und Bankenaufsichtsbehörden haben die letzte Phase des Gesetzgebungsverfahrens erreicht und einen wichtigen Gesetzesentwurf finalisiert, der nun dem Generalsekretariat der Regierung zur parlamentarischen Prüfung vorgelegt wurde.
Diese Initiative erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden Wachstums der Nutzung digitaler Währungen im ganzen Land. Die marokkanischen Gesetzgeber beabsichtigen, digitale Assets aus der rechtlichen Grauzone, in der sie bisher operierten, zu befreien und in ein strukturiertes institutionelles Umfeld zu integrieren, das technologische Innovation, Anlegerschutz und Finanzstabilität in Einklang bringt.
Das Gesetz etabliert eine zweistufige Aufsichtsstruktur. Die Bank Al-Maghrib wird mit der Aufsicht über durch reale Vermögenswerte gedeckte Stablecoins betraut und gewährleistet so die Währungssouveränität und die Sicherheit des Finanzsystems. Die marokkanische Kapitalmarktbehörde ist ihrerseits für die Aufsicht über Handelsplattformen und die Emission digitaler Assets zuständig. Dies sorgt für eine klare Aufgabenteilung und einen besseren Schutz der Nutzer.
Der Gesetzentwurf sieht zudem ein strenges Lizenzierungsverfahren vor, das Betreibern mit einer effektiven rechtlichen Präsenz in Marokko, ausreichendem Kapital und soliden Governance-Strukturen vorbehalten ist. Diese Anforderung zielt darauf ab, unregulierte Plattformen zu eliminieren und die Risiken von Betrug und Manipulation zu reduzieren, denen lokale Investoren seit Langem ausgesetzt sind.
Im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist das System besonders streng. Es schreibt die vollständige digitale Nachverfolgbarkeit von Transaktionen, die systematische Identifizierung von Beteiligten, eine verlängerte Datenspeicherung und die Meldepflicht für verdächtige Aktivitäten vor. Bei schweren Verstößen drohen Strafen bis hin zur Strafverfolgung.
Trotz dieser regulatorischen Offenheit verfolgt Marokko einen vorsichtigen Ansatz und beschränkt den Anwendungsbereich zunächst auf als besonders stabil geltende Vermögenswerte. Dezentrale Finanzen (DeFi) und NFTs bleiben vorerst ausgenommen, und Krypto-Assets sind nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Dieses schrittweise Vorgehen spiegelt den Wunsch der Behörden wider, den nationalen Finanzrahmen zu modernisieren und gleichzeitig die Währungsstabilität des Königreichs zu wahren.