UN warnt vor nachlassenden Fortschritten im Kampf gegen die Kindersterblichkeit

Wednesday 18 - 21:00
UN warnt vor nachlassenden Fortschritten im Kampf gegen die Kindersterblichkeit

Laut einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen stagniert der Kampf gegen die Kindersterblichkeit weltweit. Der Bericht warnt vor einer besorgniserregenden Verlangsamung der in den letzten Jahren erzielten Fortschritte.

Dem Bericht zufolge starben im Jahr 2024 schätzungsweise 4,9 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Viele von ihnen hätten durch einfache und leicht zugängliche medizinische Maßnahmen gerettet werden können. Zwar haben die seit Anfang der 2000er-Jahre unternommenen Anstrengungen die Zahl der Todesfälle bei Kindern mehr als halbiert, doch hat sich die Dynamik seit 2015 deutlich verlangsamt. Die Fortschrittsrate ist um mehr als 60 % zurückgegangen.

Regionale Unterschiede sind weiterhin besonders ausgeprägt. Allein Subsahara-Afrika verzeichnet fast 58 % der Todesfälle, gefolgt von Südasien mit etwa einem Viertel der weltweiten Gesamtzahl. Diese Regionen stehen vor anhaltenden strukturellen Herausforderungen, darunter eingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung, Armut und mangelnde Gesundheitsinfrastruktur.

Der Bericht hebt zudem die verheerende Rolle der Mangelernährung hervor, die mittlerweile als direkte Todesursache für etwa 100.000 Kinder identifiziert wurde. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) schwächt Mangelernährung das Immunsystem erheblich und erhöht die Anfälligkeit von Kindern für Infektionskrankheiten.

Zu den häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern zählen Komplikationen im Zusammenhang mit Frühgeburtlichkeit, die 36 % der Todesfälle von Neugeborenen ausmachen, sowie Komplikationen während der Geburt. Nach dem ersten Lebensmonat sind vermeidbare Krankheiten wie Malaria, Durchfall und Lungenentzündung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen weiterhin besonders tödlich.

Trotz dieser Erkenntnisse gibt es bereits Lösungsansätze. Impfungen, die Behandlung von Mangelernährung und der Zugang zu qualifizierter Geburtshilfe gehören zu den wirksamsten Maßnahmen. Internationale Organisationen betonen, dass Investitionen in die Kindergesundheit eine entscheidende Strategie sind – nicht nur, um Leben zu retten, sondern auch, um Gesundheitssysteme zu stärken und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Angesichts dieser Verlangsamung ruft die UNO Staaten und internationale Partner zu verstärkten Anstrengungen auf, um eine Verschlimmerung der Lage zu verhindern und vermeidbare Todesfälle abzuwenden.



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