Marokko ruft zu internationaler Mobilisierung gegen Hassrede auf
Angesichts zunehmender Spannungen und diskriminierender Rhetorik weltweit hat Marokko zu verstärkten internationalen Maßnahmen gegen Hassrede und zur Förderung des interreligiösen Dialogs aufgerufen. Dieser Appell erfolgte durch den marokkanischen Botschafter und Ständigen Vertreter beim Büro der Vereinten Nationen in Genf, Omar Zniber.
Bei der Eröffnung einer von Marokko am Rande der 61. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf organisierten Nebenveranstaltung betonte der Diplomat, dass die besorgniserregenden internationalen Entwicklungen den Kampf gegen Hassrede „dringender denn je“ machten.
Laut Omar Zniber ist die internationale Zusammenarbeit nach wie vor der effektivste Weg, die in den letzten Jahren entstandenen Meinungsverschiedenheiten über die Vorgehensweisen zur Förderung der Menschenrechte und zur Bekämpfung diskriminierender Rhetorik zu überwinden. Er plädierte für eine stärkere Berücksichtigung dieses Themas im Menschenrechtsrat durch Initiativen, die freiwillige Maßnahmen und Partnerschaften zwischen Staaten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und religiösen Institutionen fördern.
Der marokkanische Vertreter betonte die Notwendigkeit, Mechanismen zur Datenerhebung zu entwickeln, um die Entwicklung dieses Phänomens besser zu beobachten. Er bekräftigte zudem die Bedeutung des Internationalen Tages gegen Hassrede, der jährlich am 18. Juni begangen wird.
In seinen Ausführungen warnte Omar Zniber vor der rasanten Verbreitung von Rassen- und Religionshass, negativen Stereotypen und sozialer Stigmatisierung – Phänomene, die oft durch Desinformation und irreführende Inhalte im Internet verstärkt werden. Seiner Ansicht nach tragen diese Dynamiken zur Anheizung von Konflikten, Diskriminierung und schweren Menschenrechtsverletzungen bei.
Der Diplomat lenkte auch die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen des digitalen Zeitalters. Algorithmen sozialer Medien, erklärte er, erleichterten mitunter die Verbreitung extremistischer oder polarisierender Inhalte in einem noch nie dagewesenen Ausmaß und böten extremistischen Gruppen und Hasspredigern somit eine erweiterte Plattform.
Er sprach auch die zunehmende Konfrontation junger Menschen mit solchen Inhalten an und betonte, dass der unangemessene Gebrauch von Informationstechnologie dazu führen kann, dass Kinder und Jugendliche nicht nur mit solcher Rhetorik in Kontakt kommen, sondern sich auch daran beteiligen. Dies stelle eine große Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft der Gesellschaften dar.
In diesem Zusammenhang bekräftigte Omar Zniber, dass die Meinungsfreiheit ein Grundprinzip des Völkerrechts sei, und hob hervor, dass zu Gewalt aufrufende Äußerungen weiterhin durch den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verboten seien.
Der Diplomat hob zudem Marokkos anhaltendes Engagement für die Förderung des interreligiösen Dialogs und der Toleranz hervor, sowohl im Menschenrechtsrat in Genf als auch in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.
In diesem Zusammenhang bekräftigte er die Unterstützung des Königreichs für den Aktionsplan von Rabat, der darauf abzielt, die Meinungsfreiheit mit der Verhinderung von Volksverhetzung in Einklang zu bringen, sowie für den Aktionsplan von Fès, der religiöse Führer dabei unterstützen soll, zu Gewalt und Gräueltaten aufrufende Äußerungen zu verhindern.
Die von der Ständigen Vertretung Marokkos in Genf organisierte Veranstaltung stand unter dem Motto „Menschenrechte schützen durch Bekämpfung von Hassrede und Förderung des interreligiösen Dialogs“. Sie brachte zahlreiche internationale Akteure zusammen, darunter Vertreter des Vatikans, des Jüdischen Weltkongresses, des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte und des Ökumenischen Rates der Kirchen. Alle betonten die Notwendigkeit einer breiteren internationalen Mobilisierung zur Förderung von Toleranz und zur Bekämpfung von Hassrede.
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