UN verurteilt Hindernisse für humanitäre Hilfe im Südsudan
Die Vereinten Nationen äußerten sich am Dienstag zutiefst besorgt über die „gravierende“ Sicherheits- und humanitäre Lage im Südsudan. Zunehmende Hindernisse erschweren die Hilfseinsätze in dem von jahrelangen bewaffneten Konflikten gezeichneten Land erheblich.
Bei einer Sitzung des Sicherheitsrats zur Lage im Land beklagte der Untergeneralsekretär für Friedensmissionen, Jean-Pierre Lacroix, dass der Südsudan weiterhin „einer der gefährlichsten Orte der Welt für humanitäre Helfer“ sei. Er gab bekannt, dass 2025 350 Angriffe auf humanitäre Helfer und Einrichtungen registriert wurden, verglichen mit 255 im Vorjahr. Dies verdeutlicht einen deutlichen Anstieg der Risiken.
Der UN-Vertreter bedauerte zudem die Einschränkungen humanitärer Aktivitäten in einem Kontext, der von der Ausbreitung der Cholera geprägt ist. Seit dem Ausbruch im September 2024 wurden mehr als 98.000 Fälle registriert. Das Wiederaufflammen der Krankheit im Bundesstaat Jonglei verschärft die Belastung des ohnehin fragilen Gesundheitssystems. Flugbeschränkungen und die Sperrung strategisch wichtiger Straßen behindern medizinische Evakuierungen und verzögern die Lieferung lebenswichtiger Hilfsgüter an die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.
Angriffe und Plünderungen auf Gesundheitseinrichtungen, humanitäre Büros, Fahrzeuge und lebensnotwendige Güter verschärfen die Krise zusätzlich, gefährden die Cholera-Bekämpfung und legen Hilfseinsätze lahm.
In einer am Samstag veröffentlichten Erklärung verurteilte UN-Generalsekretär António Guterres die eskalierende Gewalt im Land. Fast 10 Millionen Menschen, mehr als zwei Drittel der Bevölkerung, benötigen dringend humanitäre Hilfe. Kämpfe, Angriffe und Reisebeschränkungen auf wichtigen Versorgungsrouten behindern die Bereitstellung lebenswichtiger Dienstleistungen und gefährden die Zivilbevölkerung, darunter auch humanitäre Helfer, zusätzlich.
António Guterres rief alle Konfliktparteien auf, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen, die Spannungen durch Dialog abzubauen und das Völkerrecht zu achten. Er betonte die Notwendigkeit, die Zivilbevölkerung zu schützen, einen sicheren und nachhaltigen humanitären Zugang zu gewährleisten und die Sicherheit von humanitärem Personal, Friedenstruppen und deren Einrichtungen zu garantieren.
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