WHO lobt Marokkos Fortschritte bei der Modernisierung der Sterblichkeitsdaten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Fortschritte Marokkos bei der Modernisierung seines Systems zur Erfassung und Verarbeitung von Sterbedaten im Bericht „Weltgesundheitsstatistik 2026“ hervorgehoben. Das Königreich gehört nun zu einer ausgewählten Gruppe von Ländern, die in diesem Bereich bedeutende Fortschritte erzielt haben, während weltweit weiterhin erhebliche Lücken bestehen.
Die internationale Organisation betont, dass die Verfügbarkeit zuverlässiger, umfassender und leicht zugänglicher Daten unerlässlich ist, um Gesundheitstrends zu beobachten, die Gesundheitspolitik zu steuern und Gesundheitskrisen vorherzusehen. Trotzdem sind die Sterblichkeitsstatistiken in vielen Ländern nach wie vor unzureichend.
Der Bericht führt aus, dass nur 18 % der Länder ihre Sterblichkeitsdaten innerhalb eines Jahres übermitteln, während 32 % nie detaillierte Informationen zu den Todesursachen gemeldet haben. Von den weltweit im Jahr 2023 registrierten rund 61 Millionen Todesfällen wurden der WHO nur 21 Millionen mit einer identifizierten Todesursache gemeldet, und lediglich für knapp 12 Millionen lagen verwertbare Daten gemäß der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) vor.
Die WHO stellt fest, dass nur ein Drittel der Länder die von der Organisation festgelegten Qualitätsstandards erfüllt, während etwa die Hälfte über begrenzte, unvollständige oder gar keine Daten verfügt, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
In diesem Zusammenhang wird Marokkos Erfahrung als Beispiel für eine erfolgreiche Transformation angeführt. Der Bericht zeigt, dass das Königreich von einem zentralisierten System, das etwa 30 % der Bevölkerung erfasste und häufig ungenaue Daten zu Todesursachen lieferte, zu einer dezentralen, internationalen Standards entsprechenden digitalen Plattform übergegangen ist.
Diese Plattform, die vom Ministerium für Gesundheit und Sozialschutz in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und mit Unterstützung der Initiative „Data for Health“ von Bloomberg Philanthropies entwickelt wurde, ermöglicht nun die Digitalisierung von Sterbeurkunden, die automatische Kodierung von Todesursachen und die Qualitätskontrolle in Echtzeit.
Laut WHO hat diese Modernisierung die Erfassung der Bevölkerung deutlich verbessert, die Anzahl der bearbeiteten Sterbeurkunden erhöht und den Anteil unzureichend definierter Todesursachen verringert. Die Integration der von der Organisation empfohlenen Instrumente hat zudem die Datenqualität und deren Nutzung in der Entwicklung öffentlicher Politik gestärkt.
Während viele Länder weiterhin vor Herausforderungen bei der Erstellung verlässlicher Gesundheitsstatistiken stehen, ist die WHO überzeugt, dass Investitionen in Digitalisierung, Kapazitätsaufbau und die Anwendung internationaler Standards auch unter schwierigen Bedingungen bedeutende Ergebnisse erzielen können.
Der Bericht hebt abschließend hervor, dass Marokko sich mit der Einführung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) auf eine neue Phase vorbereitet, um die Vergleichbarkeit und Interoperabilität seiner Daten international weiter zu verbessern.
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