Bourita fordert effektivere Reform der Friedenssicherung

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Bourita fordert effektivere Reform der Friedenssicherung

Der marokkanische Außenminister Nasser Bourita forderte am Mittwoch in Rabat eine Reform der UN-Friedensmissionen, um diese flexibler, realistischer und besser an die sich wandelnden Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

Bei der Eröffnung der zweiten Ministerkonferenz zur Friedenssicherung in der französischsprachigen Welt betonte der marokkanische Außenminister, dass sich die UN-Mandate an den veränderten Charakter moderner Konflikte anpassen müssten. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass sie zu Instrumenten der Aufrechterhaltung des Status quo statt zu echten Hebeln zur Krisenbewältigung würden.

Nasser Bourita bekräftigte, dass Friedensmissionen auf klaren, erreichbaren Mandaten basieren müssten, die auf präzisen Prioritäten beruhen und durch kohärente und regelmäßig evaluierte politische Strategien unterstützt werden. Seiner Ansicht nach sei es vorzuziehen, bescheidenere, aber erreichbare Ziele anzustreben, anstatt unrealistische Verpflichtungen einzuhalten, die schwer zu erfüllen seien.

Der Minister wies zudem darauf hin, dass diese Konferenz in einem internationalen Kontext stattfindet, der von anhaltenden Spaltungen im Sicherheitsrat, dem sich wandelnden Charakter von Konflikten und dem zunehmenden Druck auf die für Friedensmissionen bereitgestellten Ressourcen geprägt ist.

Er warnte vor einem zunehmend feindseligen Sicherheitsumfeld, das durch asymmetrische Bedrohungen, Angriffe nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen und separatistische Bewegungen mit Verbindungen zu Terrororganisationen gekennzeichnet ist, die Friedenstruppen direkt ins Visier nehmen.

In diesem Zusammenhang betonte der marokkanische Beamte die Notwendigkeit einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Verbrechen gegen Friedenssicherungspersonal.

Für Nasser Bourita sollte die Debatte nicht die Frage nach dem Erhalt oder der Abschaffung des bestehenden Systems drehen, sondern vielmehr um die grundlegende Reform dieses zentralen Instruments des Multilateralismus, um es effektiver, sicherer und besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung abgestimmt zu gestalten.

Der Minister hob außerdem hervor, dass Friedensmissionen temporäre Mechanismen bleiben müssen, die nachhaltigen politischen Lösungen dienen, und den politischen Willen der beteiligten Parteien nicht ersetzen können.

In seiner Rede hob er Marokkos Erfahrung in diesem Bereich hervor und erinnerte daran, dass das Königreich seit 1960 an Friedensmissionen teilnimmt und mehr als 100.000 marokkanische Friedenssoldaten in verschiedenen internationalen Missionen eingesetzt hat.

Derzeit sind rund 1.340 marokkanische Militärangehörige im Einsatz, insbesondere im Rahmen der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik (MIS-CSR) und der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (UN-MDRK).

Nasser Bourita rief die frankophone Gemeinschaft dazu auf, ihre operative Rolle in Friedensmissionen durch verstärkte Ausbildung, Personalressourcen und die Zusammenarbeit der an UN-Einsätzen beteiligten frankophonen Einheiten in einen stärkeren politischen und strategischen Einfluss umzuwandeln.

Der Minister bekräftigte Marokkos Bereitschaft, zu diesen gemeinsamen Anstrengungen beizutragen, insbesondere durch das Ben-Slimane-Kompetenzzentrum für Friedenssicherungseinsätze, und plädierte für die regelmäßige Durchführung dieser Ministerkonferenz als Rahmen für Konsultation und politische Koordinierung.


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