Ein Lohnstreit bei Samsung bedroht globale Lieferketten
Die Lohnverhandlungen zwischen Samsung Electronics und der Hauptgewerkschaft scheiterten am Mittwoch, kurz vor einem großangelegten Generalstreik, der die globalen Lieferketten für Halbleiter beeinträchtigen könnte.
Es wird erwartet, dass sich fast 48.000 Beschäftigte an dem für 18 Tage angesetzten Arbeitskampf beteiligen, der am Donnerstag beginnt. Zuvor hatte das Management einen von der Gewerkschaft nach von südkoreanischen Behörden begleiteten Gesprächen akzeptierten Mediationsvorschlag abgelehnt.
Die Gewerkschaft erklärte, sie habe die Empfehlungen der Mediation angenommen, hält aber an ihrem Aufruf zum legalen Streik fest. Samsung bedauerte das Scheitern der Verhandlungen und rief zum weiteren Dialog auf. Ein Streik sei „keine angemessene Lösung“, so das Unternehmen.
In einer Stellungnahme behauptete der südkoreanische Konzern, weitgehend auf die Forderungen der Beschäftigten eingegangen zu sein, und warf der Gewerkschaft vor, überhöhte Entschädigungen zu fordern, auch für einige verlustbringende Geschäftsbereiche.
Der Vorsitzende der Nationalen Arbeitsbeziehungskommission, Park Soo-kyun, erklärte, die Kommission sei jederzeit bereit einzugreifen, sollten beide Parteien einer Wiederaufnahme der Gespräche zustimmen.
Der Arbeitskonflikt entbrannte nach monatelanger Pattsituation um leistungs- und gewinnabhängige Boni in der Halbleitersparte – und das in einer Zeit, in der der globale Markt für elektronische Speichermedien ein starkes Wachstum verzeichnet.
Samsung schlägt vor, das bestehende Bonussystem, berechnet auf Basis von 10 % des Betriebsgewinns, beizubehalten und gleichzeitig einen flexibleren Vergütungsmechanismus einzuführen. Die Gewerkschaft hingegen fordert feste Boni in Höhe von 15 % des Betriebsgewinns der Halbleitersparte sowie die Aufhebung der Bonusobergrenze.
Trotz einiger Fortschritte in der staatlichen Vermittlung, insbesondere hinsichtlich der Anhebung der Bonusobergrenze, bestehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten über die Verteilung der Vergütung zwischen profitablen und verlustbringenden Einheiten.
Wirtschaftsexperten und Analysten warnen bereits vor den potenziellen Folgen eines solchen Arbeitskonflikts für die südkoreanische Wirtschaft. Schätzungen zufolge könnten die Verluste bis zu 100 Billionen Won, umgerechnet fast 67 Milliarden US-Dollar, betragen.
Auch international gibt diese Situation Anlass zur Sorge, da zahlreiche Technologieunternehmen stark von den Lieferungen elektronischer Chips von Samsung, einem der wichtigsten Akteure auf dem globalen Markt für elektronische Speichermedien, abhängig sind.
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