Deutschland: IfW hebt seine Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 %
Nach mehreren schwierigen Jahren scheint die deutsche Wirtschaft einen Aufschwung einzuleiten. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) hat am Donnerstag seine Wachstumsprognose für 2026 angehoben und setzt nun auf ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 %. Das Institut schätzt, dass die Aktivität den Tiefpunkt ihrer Verlangsamung überschritten hat, warnt jedoch, dass der Aufschwung mehreren Risiken ausgesetzt bleibt.
Ein günstigeres Aufholungsszenario
Das IfW rechnet nun mit einem Wachstum von 1,3 % im Jahr 2026, gegenüber 0,8 % in seiner vorherigen Schätzung. Diese Revision um 0,5 Punkte spiegelt eine deutlichere Verbesserung der wirtschaftlichen Aktivität und des Geschäftsklimas wider.
Das Institut ist der Ansicht, dass mehrere Indikatoren zeigen, dass die größte Volkswirtschaft Europas nach einer längeren Phase schwacher Leistungen wieder an Schwung gewinnt.
Diese Verbesserung erfolgt trotz eines weiterhin unsicheren geopolitischen Umfelds, das die Perspektiven für deutsche Unternehmen kompliziert.
Ein noch fragiler Aufschwung
Obwohl sich das Aufholungsszenario konkretisiert, fordert das IfW jedoch zur Vorsicht auf. Das Institut schätzt, dass der Aufschwung anfällig bleibt, insbesondere aufgrund der Folgen des Krieges im Iran und der Entwicklung der Haushaltspolitik.
Ein Teil der Unterstützung für die Aktivität durch Konjunkturmaßnahmen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich nachlassen. Diese Perspektive schränkt die Möglichkeiten für ein nachhaltiges Wachstum ein.
Für 2027 hält das IfW seine Prognose bei 1 %, gefolgt von einem erwarteten Rückgang auf nur 0,5 % im Jahr 2028.
Strukturelle Schwächen bleiben bestehen
Der Wiederaufschwung der Wirtschaft bedeutet jedoch nicht, dass die in den letzten Jahren angesammelten Schwierigkeiten verschwunden sind.
Laut IfW gibt es mehrere strukturelle Faktoren, die das Wachstumspotenzial Deutschlands weiterhin einschränken. Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes bleibt insbesondere ein Anliegen, da deutsche Unternehmen einem zunehmenden Wettbewerb auf den internationalen Märkten gegenüberstehen.
Obwohl die Exporte nach ihren starken Rückgängen in den Vorjahren wieder wachsen sollten, erwartet das Institut einen anhaltenden Verlust von Marktanteilen auf globaler Ebene.
Private Investitionen stehen unter Druck
Die Situation des industriellen Sektors bleibt ebenfalls ein Punkt der Aufmerksamkeit.
Angesichts der Schwierigkeiten, die die Attraktivität des deutschen Produktionsstandorts beeinträchtigen, werden die Unternehmen voraussichtlich eine vorsichtige Haltung bei Investitionen beibehalten. Das IfW prognostiziert daher eine weiterhin begrenzte private Investitionstätigkeit.
Diese Schwäche könnte die Fähigkeit der deutschen Wirtschaft beeinträchtigen, ihre Produktionskapazitäten zu modernisieren und ihre Position gegenüber internationalen Wettbewerbern zu verbessern.
Berlin zwischen Hoffnungen auf Erholung und Wettbewerbsfähigkeitsherausforderungen
Die neue Prognose des IfW sendet ein ermutigendes Signal für die größte Wirtschaft der Eurozone. Die Anhebung der erwarteten Wachstumsrate für 2026 deutet darauf hin, dass die Verlangsamung tatsächlich ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte.
Doch das mittelfristige Prognoseprofil erinnert an die Grenzen des Aufschwungs. Mit einem erwarteten Wachstum von 1 % im Jahr 2027 und dann 0,5 % im Jahr 2028 steht Deutschland vor einer grundlegenden Herausforderung: den aktuellen konjunkturellen Aufschwung in eine nachhaltige Erholung zu verwandeln.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, private Investitionen und die Fähigkeit, die Exportleistungen zu steigern, werden entscheidend sein, um zu verhindern, dass der Aufschwung von 2026 nur eine Episode in einer Phase moderaten Wachstums bleibt.
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