Philippinisches Gericht erlässt Haftbefehl gegen Vizepräsidentin Sara Duterte
Ein Gericht in Quezon City hat einen Haftbefehl gegen die philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte wegen angeblicher Todesdrohungen gegen Präsident Ferdinand Marcos Jr., seine Frau Liza Araneta Marcos und den ehemaligen Sprecher des Hauses Martin Romualdez erlassen.
Der Haftbefehl folgt auf die Ablehnung eines Antrags der Verteidigung, der darauf abzielte, die Maßnahme auszusetzen oder abzulehnen. Laut dem Justizministerium räumt die Entscheidung den Weg für Verfahren gegen Duterte wegen dreier schwerer Bedrohungen frei.
Der Fall geht auf Äußerungen zurück, die Duterte während einer Online-Pressekonferenz im November 2024 gemacht hat. Sie sagte, sie habe angeblich einen Auftragskiller beauftragt, um Marcos, die First Lady und Romualdez ins Visier zu nehmen, falls ein angeblicher Attentatsversuch gegen sie durchgeführt werden sollte.
Das Justizministerium reichte die Beschwerde im August ein, nachdem die Staatsanwälte erklärt hatten, dass sie ausreichende Beweise gefunden hätten, um eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung zu begründen. Die Staatsanwälte empfahlen eine Kaution von 120.000 philippinischen Pesos, etwa 2.100 US-Dollar, für jede Anklage.
Dutertes Anwalt, Paul Lawrence Lim, sagte, die Vizepräsidentin werde dem Gesetz nicht entkommen, trotz der Einwände der Verteidigung bezüglich der Zuständigkeit. Er fügte hinzu, dass sie weiterhin alle ihr zur Verfügung stehenden Verfahrensmittel verfolgen werde.
Ihr Rechtsteam hat auch beantragt, die Anklagen abzuweisen, und argumentiert, dass Fragen zur Zuständigkeit und die verfassungsmäßigen Schutzmaßnahmen für öffentliche Beamte berücksichtigt werden sollten. Duterte hat zuvor betont, dass ihre Aussagen absichtlich aus dem Kontext gerissen wurden und dass ihre Bemerkungen über einen angeblichen Attentatsplan dazu gedacht waren, auf Bedrohungen gegen ihre eigene Sicherheit aufmerksam zu machen.
Der Haftbefehl stellt eine weitere rechtliche Herausforderung für Duterte dar, die auch einem Amtsenthebungsverfahren vor dem philippinischen Senat gegenübersteht. Die Amtsenthebungsverfahren beinhalten Vorwürfe des Missbrauchs öffentlicher Mittel, unerklärlichen Reichtum und Drohungen gegen den Präsidenten, die First Lady und einen ehemaligen Sprecher des Hauses.
Duterte, die Tochter des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte, weist jegliches Fehlverhalten zurück und bezeichnet die Amtsenthebungsverfahren als politisch motiviert. In demselben Fall hatte ein Gericht zuvor eine separate Anklage wegen Anstiftung zur Aufruhr abgewiesen.
Die rechtlichen Verfahren erfolgen vor dem Hintergrund einer zunehmend angespannten politischen Beziehung zwischen den Lagern Duterte und Marcos, die einst verbündet waren, aber inzwischen zu politischen Rivalen geworden sind.
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