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Fitch bestätigt Marokkos BB+ Rating mit stabiler Aussicht

14:00
Fitch bestätigt Marokkos BB+ Rating mit stabiler Aussicht

Fitch Ratings hat Marokkos langfristige Auslandswährungs-Emittentenbewertung auf "BB+" bestätigt und eine stabile Aussicht beibehalten, wobei auf die soliden makroökonomischen Politiken des Landes, angemessene externe Liquiditätsreserven und starke Unterstützung durch offizielle Gläubiger hingewiesen wurde.

Die Ratingagentur erklärte, dass diese Faktoren zu einem relativ günstigen Profil der Staatsverschuldung beitragen, während gleichzeitig strukturelle Einschränkungen wie vergleichsweise schwächere Entwicklungs- und Governance-Indikatoren, hohe Staatsverschuldung und die Anfälligkeit der marokkanischen Wirtschaft gegenüber widrigen Wetterbedingungen identifiziert wurden.

Fitch erwartet, dass das Haushaltsdefizit der zentralen Regierung Marokkos bis 2026 auf etwa 4 % des Bruttoinlandsprodukts ansteigt, verglichen mit 3,5 % im Jahr 2025. Die Agentur verband die Verschlechterung teilweise mit vorübergehenden Ausgabedruck aufgrund des Energieschocks, der mit Störungen rund um die Straße von Hormuz verbunden ist. Höhere Energiekosten haben die Ausgaben für Butan-Subventionen, Unterstützung für Transportbetreiber und Überweisungen an die nationale Elektrizitäts- und Wasserbehörde erhöht.

Die Ratingagentur erwartet, dass der fiskalische Druck in den folgenden Jahren nachlässt und prognostiziert ein durchschnittliches Haushaltsdefizit von etwa 3,4 % des BIP in 2027 und 2028. Gleichzeitig wird erwartet, dass die öffentlichen Investitionen hoch bleiben, da Marokko weiterhin die Infrastruktur vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 ausbaut.

Ein erheblicher Teil dieser Investitionen wird voraussichtlich über staatliche Unternehmen, öffentlich-private Partnerschaften und andere Einrichtungen außerhalb des Haushalts der Zentralregierung durchgeführt. Fitch warnte jedoch, dass Kostenüberschreitungen, höher als erwartete staatliche Unterstützung oder die Ansammlung von Eventualverbindlichkeiten zusätzliche Risiken für die öffentlichen Finanzen schaffen könnten.

Marokkos Staatsverschuldung wird voraussichtlich bis 2028 relativ stabil bei etwa 67 % des BIP bleiben, so Fitch. Diese Zahl würde über dem Median liegen, der für Länder in der Ratingkategorie "BB" erwartet wird, was die Bedeutung einer fortgesetzten fiskalischen Konsolidierung im mittelfristigen Zeitraum unterstreicht.

Die Agentur erwartet auch, dass Marokkos Leistungsbilanzdefizit bis 2026 auf etwa 3,8 % des BIP ansteigt, bevor es auf einen Durchschnitt von 2,6 % in 2027-2028 zurückgeht. Die Verschlechterung wird voraussichtlich höhere Kosten für Energieimporte und schwächere externe Nachfrage widerspiegeln, insbesondere aus Europa, dem wichtigsten Exportmarkt Marokkos.

Gleichzeitig hob Fitch die externen finanziellen Puffer Marokkos hervor. Die Devisenreserven beliefen sich Ende 2025 auf etwa 48 Milliarden Dollar, und die Agentur erwartet, dass die Reserven weiterhin von Exporterlösen und einer Erholung der Nettokapitalzuflüsse aus dem Ausland profitieren werden. Sie prognostiziert, dass die Reserven im Durchschnitt etwa 5,1 Monate der aktuellen externen Zahlungen zwischen 2026 und 2028 abdecken werden.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung erwartet Fitch, dass das reale BIP-Wachstum Marokkos bis 2026 auf etwa 4 % langsamer wird, bevor es in 2027-2028 im Durchschnitt bei etwa 4,2 % liegt. Die Agentur nannte höhere Energie- und Transportkosten sowie eine schwächere europäische Nachfrage als Faktoren, die das Wachstum belasten, während eine stärkere landwirtschaftliche Produktion, Infrastrukturinvestitionen, industrielle Aktivitäten und Tourismus Unterstützung bieten sollen.

Die letzte Bewertung lässt Marokkos Staatsrating unverändert, während sie sowohl die Widerstandsfähigkeit des makroökonomischen Rahmens als auch die Herausforderungen der öffentlichen Finanzen hervorhebt. Fitchs Analyse zeigt, dass Entwicklungen bei den Energiepreisen, der externen Nachfrage, den öffentlichen Investitionen und dem Finanzmanagement wichtige Faktoren für die wirtschaftliche Perspektive Marokkos bleiben werden.


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