Das anhaltende Rätsel um den Tod von Dag Hammarskjöld
Der Tod von Dag Hammarskjöld, dem zweiten Generalsekretär der Vereinten Nationen, bleibt eines der beständigsten Rätsel in der Geschichte der internationalen Organisation. Hammarskjöld wurde am 18. September 1961 getötet, als die Douglas DC-6, die ihn und Mitglieder seiner Delegation transportierte, in der Nähe von Ndola, damals in Nordrhodesien, während einer diplomatischen Mission im Kongo abstürzte.
Hammarskjöld reiste, um Moïse Tshombe, den Führer der abtrünnigen Behörden in Katanga, zu treffen, da er versuchte, einen Waffenstillstand zu verhandeln und den eskalierenden Konflikt im neu unabhängigen Kongo zu reduzieren. Die Vereinten Nationen hatten im Vorjahr eine Friedensoperation im Land eingesetzt, und Hammarskjöld hatte mehrere Reisen in die Region unternommen, um eine politische Einigung zu unterstützen.
Das Flugzeug stürzte kurz nach Mitternacht in der Nacht vom 17. auf den 18. September ab. Hammarskjöld und 14 der 15 anderen Personen, die ihn begleiteten, starben bei dem Absturz, während der einzige Überlebende, Sergeant Harold Julien, einige Tage später seinen Verletzungen erlag. Das Flugzeug wurde in der Nähe von Ndola, im heutigen Sambia, gefunden.
Die ersten Untersuchungen schrieben die Katastrophe größtenteils einem Pilotenfehler zu, aber die Umstände des Absturzes weckten schnell Zweifel und konkurrierende Erklärungen. Eine Untersuchung der Vereinten Nationen im Jahr 1962 prüfte mehrere Möglichkeiten, darunter menschliches Versagen, Sabotage und einen externen Angriff, kam jedoch zu dem Schluss, dass die verfügbaren Beweise unzureichend waren, um die verschiedenen Hypothesen zu bestätigen oder definitiv auszuschließen.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte erhoben Zeugen und Forscher Fragen zu Berichten über ein anderes Flugzeug in der Gegend, möglichen Lichtblitzen am Himmel und Behauptungen, dass die DC-6 möglicherweise angegriffen worden war, bevor sie abstürzte. Diese Berichte trugen zur anhaltenden Spekulation bei, dass das Flugzeug gezielt angegriffen worden sein könnte. Allerdings wurde keine dieser Theorien als die Ursache des Absturzes eindeutig festgestellt.
Die Vereinten Nationen haben den Fall weiter untersucht, als neue Informationen auftauchten. In ihrer neuesten Bewertung, die 2024 von Mohamed Chande Othman, der ernannten Person zur Untersuchung der Umstände rund um Hammarskjölds Tod, präsentiert wurde, wurde ein externer Angriff oder eine Bedrohung weiterhin als plausible Erklärung angesehen. Gleichzeitig hielt der Bericht fest, dass Sabotage und unbeabsichtigter menschlicher Fehler ebenfalls möglich blieben, was bedeutet, dass die verfügbaren Beweise keine definitive Ursache festlegen.
Die letzte Untersuchung identifizierte auch potenziell bedeutendes Material, das möglicherweise noch von Mitgliedstaaten zurückgehalten wird. Laut den Vereinten Nationen umfasst dies mögliche abgefangene Kommunikationen, Informationen über die militärischen Fähigkeiten der Kräfte in Katanga und die Anwesenheit von ausländischen paramilitärischen oder Nachrichtendienstmitarbeitern in der Region zur Zeit des Absturzes. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass es fast sicher ist, dass einige relevante Informationen noch nicht offengelegt wurden.
Der Tod von Hammarskjöld hatte auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Vereinten Nationen und die Geschichte der internationalen Diplomatie. Er wurde posthum mit dem Friedensnobelpreis 1961 ausgezeichnet und gehört zu den wenigen Generalsekretären der UN, die diese Auszeichnung erhalten haben. Der Preis würdigte seine Bemühungen, die Organisation zu stärken und friedliche Lösungen für internationale Konflikte zu fördern.
Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Absturz bleibt daher die zentrale Frage ungelöst: War die Tragödie das Ergebnis eines Unfalls, von Sabotage oder eines externen Angriffs? Die Vereinten Nationen fordern weiterhin, dass relevante Informationen verfügbar gemacht werden, während sie anerkennen, dass die bestehenden Beweise noch keine definitive Schlussfolgerung darüber zulassen, was in der Nacht im September 1961 geschah.
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