Gold: Preise fallen auf Zwei-Wochen-Tief unter dem Druck der Fed
Der Goldmarkt bleibt zu Beginn der Woche unter Druck. Das Edelmetall erreichte am Montag seinen tiefsten Stand seit fast zwei Wochen, belastet durch den strenger gewordenen Ton des Vorsitzenden der US-Notenbank, Kevin Warsh. Die Aussicht auf höhere Zinsen, kombiniert mit dem Anstieg der Ölpreise vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten, verringert die Attraktivität von Gold für Investoren.
Gold setzt seinen Rückgang fort
Der Spotpreis für Gold fiel am Montag um 0,3 % auf 4.439,31 Dollar pro Unze gegen 06:43 GMT. Das Edelmetall hatte zuvor seinen tiefsten Stand seit dem 19. August erreicht.
Dieser neue Rückgang erfolgt nach einem besonders markanten Rückgang am Freitag, als die Preise um mehr als 3 % gefallen waren.
Auf dem amerikanischen Terminmarkt folgte Gold ebenfalls dem Trend mit einem Rückgang von 0,9 % auf etwa 4.489,50 Dollar pro Unze.
Die Bewegung spiegelt eine Neubewertung der Perspektiven der amerikanischen Geldpolitik durch die Märkte wider.
Der strenger gewordene Ton von Kevin Warsh belastet das Edelmetall
Im Mittelpunkt der Bedenken steht die Rede, die Kevin Warsh am Freitag während des Wirtschaftssymposiums in Jackson Hole hielt.
Der Vorsitzende der Fed stellte fest, dass die Zentralbank noch Arbeit vor sich habe, wenn ihre Verantwortlichen nicht über ausreichende Garantien für die Rückkehr der Inflation zu ihrem Ziel von 2 % verfügten.
Sein Eingreifen wurde als ein deutlich strengeres Signal bezüglich der Zinssätze interpretiert. Die Möglichkeit neuer Erhöhungen, die bisher wenig betont wurde, scheint nun von den Investoren stärker berücksichtigt zu werden.
Diese Perspektive stellt eine Belastung für Gold dar, das keine Einkünfte in Form von Zinsen generiert.
Warum die Zinserhöhungen Gold belasten
Gold wird traditionell als Schutz gegen Inflation und Zeiten der Unsicherheit betrachtet. Aber sein Mangel an Rendite wird zu einem Nachteil, wenn die Zinssätze steigen.
Höhere Zinsen machen renditeträchtige Anlagen, insbesondere Anleihen, relativ attraktiver. Investoren können dann ihre Exposition gegenüber dem Edelmetall verringern.
Die Aussicht auf eine straffere amerikanische Geldpolitik kommt also zu einem Zeitpunkt, an dem Gold von neuen Sorgen über Inflation hätte profitieren können.
Öl befeuert Inflationsängste
Ein weiterer Faktor, der die Situation für den Goldmarkt kompliziert, ist der Anstieg der Ölpreise.
Die Intensivierung der Spannungen im Nahen Osten und die amerikanischen Militäroperationen im Iran haben dazu beigetragen, die Rohölpreise steigen zu lassen. So legte der Ölpreis am Montag um mehr als 2 % zu.
Dieser Anstieg schürt die Ängste vor einer erneuten Inflation, insbesondere durch die Energiekosten.
Laut Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade, sind Investoren weiterhin von dem Ton, den Kevin Warsh in Jackson Hole angeschlagen hat, geprägt, während der Anstieg der Ölpreise zusätzlichen Druck auf die inflationären Perspektiven ausübt.
Die Beschäftigungszahlen werden besonders genau beobachtet
Die Märkte erwarten nun eine Reihe von amerikanischen Wirtschaftsindikatoren, die die nächsten Entscheidungen der Fed beeinflussen könnten.
Diese Woche werden mehrere Statistiken zur Beschäftigung veröffentlicht. Sie könnten dazu beitragen zu bestimmen, ob die Zentralbank genügend Spielraum hat, um eine restriktive Geldpolitik aufrechtzuerhalten oder ob die wirtschaftlichen Bedingungen eine Wende rechtfertigen.
Für die Investoren werden diese Daten daher entscheidend sein, um die zukünftige Richtung der amerikanischen Zinssätze zu bewerten.
Ein Markt zwischen Inflation und Geldpolitik
Die aktuelle Situation bringt Gold zwei gegensätzlichen Kräften gegenüber. Auf der einen Seite könnten geopolitische Spannungen und der Anstieg der Ölpreise normalerweise die Nachfrage nach sicheren Werten stärken.
Auf der anderen Seite verringert das Risiko einer strikteren amerikanischen Geldpolitik das relative Interesse an dem gelben Metall.
Der Markt muss also zwischen seiner traditionellen Rolle als Schutz gegen Unsicherheit und seiner Exposition gegenüber Zinserwartungen abwägen.
Im Moment scheint der zweite Faktor zu dominieren. Der weitere Rückgang des Goldes wird nun weitgehend von den kommenden amerikanischen Wirtschaftsdaten und der Fähigkeit der Fed abhängen, die Märkte von ihrer Strategie im Hinblick auf die Inflation zu überzeugen.
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