Marokko nimmt an der 70. Generalversammlung der IAEA teil
Marokko nimmt an der 70. Generalversammlung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) teil, die vom 14. bis 18. September in Wien stattfindet, während die internationale Gemeinschaft mit zunehmenden geopolitischen Spannungen und erneuten Herausforderungen im Bereich der nuklearen Sicherheit, des Schutzes und der Nichtverbreitung konfrontiert ist.
Eine hochrangige marokkanische Delegation nimmt an dem jährlichen Treffen teil, das rund 4.000 Teilnehmer aus IAEA-Mitgliedstaaten und internationalen Institutionen zusammenbringt. Die marokkanische Delegation wird von Ezzedine Farhane, dem marokkanischen Botschafter und ständigen Vertreter bei den internationalen Organisationen in Wien, geleitet.
Zur Delegation gehören auch Hamid Marah, Generaldirektor des Nationalen Zentrums für nukleare Energie, Wissenschaften und Technologie Marokkos, sowie Saïd Mouline, Generaldirektor der marokkanischen Agentur für nukleare und radiologische Sicherheit und Schutz. Hohe Beamte relevanter Regierungsbehörden und technischer Institutionen nehmen ebenfalls an der Konferenz teil.
Die Teilnahme Marokkos erfolgt nach dem Abschluss seiner Amtszeit 2024–2026 im IAEA-Verwaltungsrat, während der das Königreich als Vizevorsitzender des Rates diente und zu Diskussionen beitrug, die darauf abzielten, den internationalen Dialog, die multilaterale Zusammenarbeit und den globalen Rahmen für die nukleare Governance zu stärken.
Die Generalversammlung ist das wichtigste politische Forum der IAEA und bietet den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, die Prioritäten der Agentur zu prüfen und Entscheidungen zu genehmigen, die eine breite Palette nuklearer Themen abdecken. Dazu gehören technische Zusammenarbeit, die friedliche Nutzung der Kernenergie, nukleare Sicherheit und Schutz sowie die Umsetzung von Sicherheitsvorkehrungen, die darauf abzielen, den Missbrauch nuklearer Materialien zu verhindern.
Für Marokko stellt das Treffen in Wien auch eine Gelegenheit dar, sein Engagement mit afrikanischen Partnern im Bereich der nuklearen Wissenschaft und Technologie zu verstärken. Es wird erwartet, dass das Königreich für den Zeitraum 2026–2027 zum Vorsitzenden des Afrikanischen Regionalen Kooperationsabkommens für Forschung, Entwicklung und Ausbildung im Zusammenhang mit nuklearer Wissenschaft und Technologie, bekannt als AFRA, gewählt wird.
Die erwartete Ernennung würde Marokkos Rolle bei der Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in ganz Afrika weiter stärken. AFRA bietet einen Rahmen für afrikanische Länder, um in Bereichen wie nuklearer Forschung, Entwicklung von Humanressourcen, Gesundheitsversorgung, Landwirtschaft, Umweltschutz und anderen friedlichen Anwendungen nuklearer Technologie zusammenzuarbeiten.
Marokko hat zunehmend die Bedeutung der nuklearen Wissenschaft als Instrument für nachhaltige Entwicklung betont. Neben energiebezogenen Anwendungen können nukleare und strahlungsbezogene Technologien medizinische Diagnosen und Behandlungen, Lebensmittelsicherheit, landwirtschaftliche Produktivität, Wasserressourcenmanagement und Umweltüberwachung unterstützen.
Die 70. Generalversammlung findet vor einem besonders komplexen internationalen Hintergrund statt. Geopolitische Konflikte und Spannungen haben den Druck auf das internationale Nichtverbreitungssystem erhöht, während Bedenken hinsichtlich der nuklearen Sicherheit und des Schutzes nuklearer Einrichtungen im Mittelpunkt internationaler Diskussionen bleiben.
Die IAEA spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung dieser Herausforderungen durch Inspektionen, Sicherheitsvorkehrungen, technische Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten. Ihr Mandat erstreckt sich auch darauf, Ländern zu helfen, friedliche nukleare Anwendungen zu entwickeln, während angemessene Sicherheits- und Schutzstandards eingehalten werden.
Die Konferenz bietet daher eine Plattform für Regierungen und technische Experten, um zu erörtern, wie die nukleare Wissenschaft zur Entwicklung beitragen kann, während sichergestellt wird, dass nukleare Materialien und Technologien weiterhin einer effektiven Aufsicht unterliegen.
Marokkos aktive Präsenz in Wien spiegelt seinen breiteren diplomatischen Ansatz wider, multilaterale Institutionen zu unterstützen und die Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern zu stärken. Seine erwartete Führungsrolle innerhalb von AFRA könnte einen zusätzlichen Kanal für den Austausch von Fachwissen und die Unterstützung von Kapazitätsaufbauinitiativen auf dem Kontinent bieten.
Während die Diskussionen während der gesamten Konferenz fortgesetzt werden, wird erwartet, dass sich die Mitgliedstaaten auf die zukünftige Richtung der internationalen nuklearen Zusammenarbeit und die Fähigkeit der Agentur konzentrieren, auf aufkommende Sicherheits-, Technologie- und Entwicklungsherausforderungen zu reagieren. Marokkos Teilnahme stellt das Königreich ins Zentrum dieser Diskussionen und verstärkt sein Engagement für die friedliche und verantwortungsvolle Nutzung der nuklearen Wissenschaft.
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