WhatsApp bleibt Marokkos führende soziale Plattform, während TikTok an Boden gewinnt
WhatsApp dominiert weiterhin Marokkos digitale Landschaft im Jahr 2026, während der rasante Aufstieg von TikTok und Snapchat auf einen breiteren Wandel hinweist, wie marokkanische Internetnutzer Online-Inhalte konsumieren und interagieren. Die neuesten Zahlen deuten darauf hin, dass Messaging- und Social-Media-Gewohnheiten zunehmend von Kurzvideo- und visuell orientierten Plattformen beeinflusst werden.
Laut der siebten Ausgabe des 2026 Marokko Social Media Barometers, durchgeführt von der Marktforschungsgruppe Sunergia, gaben 83 % der befragten Marokkaner an, dass sie WhatsApp nutzen, ein Anstieg von 75 % im Jahr 2025. Die Messaging-Anwendung hat somit ihre Position als die am häufigsten genutzte soziale Plattform des Landes gestärkt.
Facebook bleibt auf dem zweiten Platz, wobei 64 % der Befragten berichten, dass sie die Plattform nutzen, verglichen mit 62 % im Vorjahr. Obwohl Facebook international zunehmender Konkurrenz durch neuere Dienste ausgesetzt ist, zeigt seine relativ starke Position in Marokko, dass es weiterhin eine wichtige Rolle im Online-Kommunikationsökosystem des Landes spielt.
YouTube belegt den dritten Platz und erreicht im Jahr 2026 eine Nutzung von 48 %, verglichen mit 40 % im Jahr 2025. Die Video-Sharing-Plattform hat somit Instagram überholt, das nun den vierten Platz einnimmt. Die Nutzerquote von Instagram stieg jedoch von 42 % auf 47 %, was darauf hinweist, dass die niedrigere Platzierung nicht unbedingt einen Rückgang der Zuschauerzahl widerspiegelt.
TikTok verzeichnete einen der stärksten Anstiege unter den großen Plattformen. Die Nutzungsrate stieg auf 32 %, verglichen mit 24 % im Jahr 2025, was einen Anstieg um acht Prozentpunkte in nur einem Jahr darstellt. Seit 2020 ist die gemeldete Nutzung der Plattform in Marokko um 27 Prozentpunkte gestiegen, was die wachsende Anziehungskraft von Kurzvideos unter den Nutzern hervorhebt.
Snapchat erlebte ebenfalls ein signifikantes Wachstum. Rund 18 % der Befragten gaben an, die Plattform im Jahr 2026 zu nutzen, ein Anstieg um 10 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Laut der Studie stellt dies die höchste Nutzungsrate in Marokko seit 2021 dar.
Die Zahlen deuten auf eine allmähliche Transformation der digitalen Konsummuster hin. Plattformen, die auf Kurzvideos, Bildern und schneller Inhaltsentdeckung basieren, werden zunehmend einflussreich, insbesondere da Nutzer Unterhaltung und Informationen in Formaten suchen, die schnell auf Smartphones konsumiert werden können.
Gleichzeitig hat die allgemeine Nutzung von sozialen Medien in Marokko wieder zugenommen. Etwa 86 % der Befragten gaben an, dass sie im Jahr 2026 mindestens eine soziale Medienplattform nutzen, fünf Prozentpunkte höher als die 81 %, die im Jahr 2025 verzeichnet wurden. Dies bringt die Gesamtverwendung auf das Niveau zurück, das unmittelbar nach der COVID-19-Pandemie zu beobachten war.
Die langfristigen Zahlen zeigen mehrere Schwankungen. Die Nutzung sozialer Medien lag 2020 bei 73 %, stieg dann stark auf 86 % im Jahr 2021 und blieb auf diesem Niveau im Jahr 2022. Sie fiel anschließend auf 82 % im Jahr 2023 und 80 % im Jahr 2024, bevor sie sich auf 81 % im Jahr 2025 erholte und in diesem Jahr wieder auf 86 % zurückkehrte.
Die anhaltende Ausweitung der Nutzung sozialer Medien spiegelt auch die wachsende Bedeutung digitaler Plattformen in der täglichen Kommunikation, Unterhaltung, Nachrichtenkonsum und kommerziellen Aktivitäten in Marokko wider. Während WhatsApp eine klare Führungsposition behält, deutet die Beschleunigung von TikTok, Snapchat und videobasierten Diensten darauf hin, dass sich die digitale Umgebung des Landes zunehmend diversifiziert.
Das Barometer 2026 basiert auf einer telefonischen Umfrage von 1.005 Personen, die zwischen dem 11. Mai und dem 11. Juni 2026 durchgeführt wurde. Die veröffentlichten Ergebnisse stellen den ersten Teil der jährlichen Studie dar, wobei Sunergia erwartet, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Ergebnisse zu veröffentlichen.
Die soziale Medienlandschaft Marokkos kombiniert somit die Stabilität etablierter Plattformen mit dem raschen Aufkommen neuer digitaler Formate. Der Kontrast zwischen WhatsApps fortdauernder Dominanz und dem beschleunigten Wachstum von TikTok veranschaulicht, wie marokkanische Nutzer traditionelle Kommunikationsgewohnheiten beibehalten und gleichzeitig zunehmend schnelle, visuelle Formen von Online-Inhalten annehmen.
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