Putin fordert Erweiterung des UN-Sicherheitsrates und Reform globaler Institutionen
Der russische Präsident Wladimir Putin hat zu einer umfassenderen Transformation des internationalen Systems aufgerufen und die Erweiterung des UN-Sicherheitsrates sowie Reformen wichtiger globaler Finanz- und Handelsinstitutionen gefordert.
Bei der 18. BRICS-Gipfel in Neu-Delhi argumentierte Putin, dass die internationale Ordnung tiefgreifenden Veränderungen unterliegt und dass Schwellenländer eine größere Rolle bei der Gestaltung globaler Entscheidungen spielen sollten. Er sagte, die BRICS-Partnerschaft basiere auf den Prinzipien von Gleichheit, gegenseitigem Respekt und nachbarschaftlichen Beziehungen.
Ein zentrales Element seiner Rede war der Aufruf zur Erweiterung des UN-Sicherheitsrates, um mehr Länder aus dem Globalen Süden einzubeziehen. Russland hat wiederholt die größere Vertretung von Entwicklungsländern in internationalen Institutionen unterstützt, während mehrere aufstrebende Mächte ebenfalls Veränderungen in der Zusammensetzung des Sicherheitsrates gefordert haben.
Putin argumentierte, dass das vorherige Modell eines überwiegend unipolaren internationalen Systems die aktuellen geopolitischen Realitäten nicht mehr widerspiegelt. Er sagte, dass eine zunehmende Anzahl von Ländern bestrebt sei, ihre nationalen Interessen zu verteidigen und eine unabhängigere Rolle in den internationalen Angelegenheiten zu spielen.
Der russische Präsident forderte auch Reformen des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Welthandelsorganisation. Laut Putin sind Änderungen notwendig, um der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung von Schwellenmärkten und der Transformation globaler Handelsmuster Rechnung zu tragen.
Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Schwellenländer einen größeren Einfluss auf die internationale Finanzverwaltung anstreben. Länder innerhalb und außerhalb der BRICS haben zunehmend Alternativen zu traditionellen Finanzmechanismen diskutiert, einschließlich einer stärkeren Nutzung nationaler Währungen im Handel, erweiterter Entwicklungsfinanzierung und Zahlungssystemen, die die Abhängigkeit von etablierten internationalen Finanzkanälen verringern.
Putin argumentierte auch, dass sich die globale wirtschaftliche Aktivität zunehmend in Richtung Schwellenmärkte verschiebt. Die Erweiterung der BRICS in den letzten Jahren hat das wirtschaftliche und politische Gewicht der Gruppe gestärkt und bedeutende Volkswirtschaften aus Asien, dem Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika zusammengebracht.
Der BRICS-Gipfel in Neu-Delhi konzentriert sich auf wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit, einschließlich der Entwicklung von Zahlungssystemen mit nationalen Währungen, der Stärkung der Neuen Entwicklungsbank und der Diskussion über Veränderungen in den globalen Governance-Strukturen.
Das Treffen bringt Führer und hochrangige Beamte mehrerer bedeutender Schwellenländer zusammen, darunter der indische Premierminister Narendra Modi, der chinesische Präsident Xi Jinping, der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa, der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sisi, der indonesische Präsident Prabowo Subianto und der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sind auf dem Gipfel vertreten.
Internationale Sicherheitsfragen stehen ebenfalls im Mittelpunkt der Diskussionen, insbesondere angesichts anhaltender Spannungen im Nahen Osten und Störungen, die die Seewege durch die Straße von Hormuz betreffen. Entwicklungen in der Region haben Bedenken hinsichtlich der Energieversorgung, des Schiffsverkehrs und der globalen wirtschaftlichen Stabilität aufgeworfen.
Putin kritisierte zudem, was er als Versuche bestimmter Länder bezeichnete, Konflikte zu schaffen und internationale Spannungen zu erhöhen. Er argumentierte, dass das bestehende System der internationalen Beziehungen ernsthaften Schwierigkeiten gegenüberstehe und forderte einen inklusiveren Rahmen, in dem eine größere Anzahl von Ländern an der Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität beteiligt ist.
Die Reform des UN-Sicherheitsrates würde jedoch erhebliche politische und institutionelle Hindernisse überwinden müssen. Jegliche Änderungen an der ständigen Mitgliedschaft des Rates oder der Vetostruktur würden eine breite internationale Zustimmung und Genehmigung durch die etablierten Verfahren der UN erfordern.
Die Debatte spiegelt dennoch einen breiteren Druck von aufstrebenden Mächten wider, eine größere Vertretung in internationalen Institutionen zu erreichen. Die BRICS-Mitglieder haben die Gruppe zunehmend als Plattform präsentiert, um die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Schwellenländern zu stärken und eine ausgewogenere globale Ordnung zu fördern.
Putins Äußerungen stellen daher die institutionelle Reform ins Zentrum der russischen Botschaft beim BRICS-Gipfel und verknüpfen politische Vertretung, internationale Finanzen und globalen Handel mit der breiteren Debatte über die zukünftige Struktur des internationalen Systems.
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