Singapur erwägt chemische Kastration für Sexualstraftäter gegen Kinder
Singapur erwägt den Einsatz von Anti-Androgen-Medikamenten als zusätzliche Maßnahme gegen schwere Sexualstraftäter, einschließlich derjenigen, die wegen Straftaten gegen Kinder verurteilt wurden, während die Behörden Möglichkeiten prüfen, um einem Anstieg schwerer Sexualverbrechen entgegenzuwirken.
Der Minister für Innere Angelegenheiten K. Shanmugam sagte im Parlament, dass die Regierung die Möglichkeit untersucht, Medikamente zu verwenden, die die Wirkung männlicher Sexualhormone, insbesondere Testosteron, unterdrücken, um das Risiko von sexuellen Rückfällen zu verringern. Er betonte jedoch, dass die bestehenden Beweise für die Wirksamkeit des Ansatzes nicht schlüssig sind.
Oft als „chemische Kastration“ bezeichnet, umfasst die Behandlung in der Regel Medikamente oder Injektionen, die die Androgenaktivität reduzieren und den Sexualtrieb unterdrücken können. Im Gegensatz zur chirurgischen Kastration sind die Wirkungen in der Regel reversibel, nachdem die Behandlung gestoppt wurde, obwohl einige Effekte in seltenen Fällen bestehen bleiben können.
Singapur verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 762 Fälle von Anstößigkeit und 261 Fälle von Vergewaltigung, berichtet die Straits Times, was zu einer erneuten Diskussion über den Ansatz des Landes zur Strafzumessung und zur Verhinderung von Sexualverbrechen führte.
Shanmugam sagte, dass Singapur bereits strenge Strafen für Sexualverbrechen verhängt, mit einem überarbeiteten Strafrahmen, der im Juli eingeführt wurde und sich auf gewalttätige Straftäter und Personen konzentriert, die als hochriskant für Rückfälle gelten.
Nach dem aktuellen Rahmen kann die Vergewaltigung eines Kindes unter 14 Jahren eine obligatorische Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren nach sich ziehen, während bestimmte Straftaten gegen Kinder zu Gefängnisstrafen, Geldstrafen und Prügel führen können.
Die Regierung prüft auch die Ausweitung von Screening-Maßnahmen für Berufe, die mit Kindern zu tun haben. Die Behörden führen bereits Überprüfungen für bestimmte Arbeiter durch, einschließlich Mitarbeiter von Moscheen und Schulen sowie Trainer, während das freiwillige Screening möglicherweise auf Arbeiter in weniger regulierten Sektoren ausgeweitet werden könnte.
Die Debatte über die Anti-Androgen-Behandlung spiegelt eine breitere internationale Diskussion darüber wider, wie Regierungen Strafe, Abschreckung und Rehabilitation im Umgang mit schweren Sexualverbrechen in Einklang bringen können. Die Regierung von Singapur hat betont, dass alle zusätzlichen Maßnahmen sorgfältig bewertet werden müssen, insbesondere angesichts der Unsicherheit über ihre langfristige Wirksamkeit.
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