Russland beginnt mit der Ausbildung von Myanmars erstem Astronauten
Russland bereitet sich darauf vor, Myanmars ersten Astronauten im Rahmen eines neuen Raumfahrtkooperationsabkommens zwischen den beiden Ländern auszubilden. Die Initiative wurde von der russischen Raumfahrtbehörde Roscosmos nach der Unterzeichnung mehrerer Abkommen zur Erweiterung der Zusammenarbeit in der Raumfahrttechnologie und der bemannten Raumfahrt bekannt gegeben.
Im Rahmen des Abkommens werden russische Spezialisten die erste Auswahl und Ausbildung der Astronauten aus Myanmar gemäß den etablierten russischen Standards durchführen. Das Programm stellt einen bedeutenden Schritt für Myanmar dar, da das Land seine Fähigkeiten in raumbezogenen Aktivitäten entwickeln und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern stärken möchte.
Das Kooperationsabkommen wurde nach Gesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Myanmars Min Aung Hlaing formalisiert. Beamte beider Länder tauschten Dokumente aus, die mehrere Bereiche der Raumfahrtaktivitäten abdeckten, darunter Satellitennavigation, bemannte Missionen, Such- und Rettungssysteme sowie die Überwachung potenzieller Gefahren im erdnahen Weltraum.
Das Memorandum wurde von Dmitry Bakanov, dem Generaldirektor von Roscosmos, und Soe Myint Maung, dem Exekutivdirektor der Myanmar Space Agency, unterzeichnet. Das Abkommen bietet einen Rahmen für die Entwicklung praktischer Projekte und technischer Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.
Ein zentrales Element der Partnerschaft ist die Vorbereitung und Bewertung der zukünftigen Astronauten Myanmars. Russische Experten werden voraussichtlich den Auswahlprozess überwachen und eine spezialisierte Ausbildung anbieten, die den technischen und medizinischen Anforderungen der bemannten Raumfahrt entspricht.
Das Abkommen umfasst auch Pläne zur Einrichtung eines nationalen Such- und Rettungssystems in Myanmar, das auf dem in Russland entwickelten COSPAS-SARSAT-Rahmen basiert. Solche Systeme werden international eingesetzt, um Notrufsignale von Notfallbaken zu erkennen und zu lokalisieren, und unterstützen Rettungsaktionen zu Land und zu Wasser.
Die Partnerschaft geht über die Astronautenausbildung hinaus. Sie umfasst Satellitennavigation und die Zusammenarbeit bei Technologien, die darauf abzielen, Risiken im erdnahen Weltraum zu überwachen und darauf zu reagieren, Bereiche, die zunehmend wichtig werden, da die Satellitenaktivität zunimmt.
Für Myanmar könnte die Zusammenarbeit mit Russland Zugang zu technischer Expertise und Ausbildung bieten, die andernfalls erhebliche Investitionen und internationale Partnerschaften erfordern würde. Für Russland könnte eine engere Zusammenarbeit im Bereich Raumfahrt mit Myanmar seine Präsenz in Südostasien stärken und Möglichkeiten für eine breitere technologische Zusammenarbeit eröffnen.
Die Initiative spiegelt auch einen breiteren Trend in der internationalen Raumfahrtaktivität wider, bei dem Länder Partnerschaften suchen, um nationale Fähigkeiten in der Satellitentechnologie, der Astronautenausbildung, der Kommunikation und raumgestützten Dienstleistungen zu entwickeln.
Obwohl die Ankündigung noch keinen Zeitrahmen dafür bietet, wann Myanmars erster Astronaut ins All reisen könnte, markiert der Start eines formellen Auswahl- und Ausbildungsprozesses einen wichtigen Meilenstein für die Ambitionen des Landes in der bemannten Raumfahrt.
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