Der Schiffsverkehr im Hormuz-Gebiet erreicht den niedrigsten Stand seit Wochen
Am Dienstag überquerten laut maritimen Tracking-Daten nur sechs Frachtschiffe die Straße von Hormuz, was den niedrigsten täglichen Stand darstellt, der seit mehreren Wochen verzeichnet wurde, da Sicherheitsbedenken Schiffseigner weiterhin davon abhalten, diese strategische Wasserstraße zu nutzen.
Daten des maritimen Intelligence-Unternehmens Kpler zeigten, dass am Dienstag sechs Frachtschiffe die Straße passierten, verglichen mit neun am Vortag. Die Zahl lag auch deutlich unter dem Durchschnitt von etwa 11 Schiffen pro Tag, der in den vorhergehenden 10 Tagen aufgezeichnet wurde.
Der Rückgang hebt die Auswirkungen der erhöhten Sicherheitsrisiken auf einen der weltweit wichtigsten maritimen Energiekorridore hervor. Vor dem Konflikt mit dem Iran transportierte die Straße von Hormuz einen erheblichen Anteil an globalen Rohöl- und Flüssigerdgaslieferungen, was Störungen besonders bedeutend für die internationalen Energiemärkte machte.
Viele Reedereien haben Berichten zufolge einen vorsichtigen Ansatz angenommen, da es nach wie vor keine klaren Anzeichen dafür gibt, dass die Einschränkungen für die Wasserstraße aufgehoben werden. Die Betreiber prüfen stattdessen alternative Routen und verzögern Reisen, wenn möglich, um die Exposition gegenüber Sicherheitsrisiken zu verringern.
Der Rückgang des Schiffsverkehrs ist besonders wichtig für die asiatischen Energiemärkte. China, der größte Ölimporteur der Welt, hat gesehen, dass die Lieferungen aus dem Nahen Osten von der Sicherheitslage betroffen sind. Laut Daten zur Tankerverfolgung und Quellen aus der Schifffahrtsbranche haben zwei große chinesische Reedereien ihre Schiffe seit Ende Juli sowohl von der Straße von Hormuz als auch von der Straße von Bab el-Mandeb ferngehalten.
Diese Unternehmen transportierten zuvor einen erheblichen Anteil der Ölimporte Chinas aus dem Nahen Osten, was die Störung potenziell wichtig für die Lieferketten und Transportkosten macht.
Die Situation wird auch im Roten Meer und rund um die Straße von Bab el-Mandeb genau beobachtet. Kpler-Daten deuteten darauf hin, dass am Wochenende 30 Frachtschiffe den strategischen Passage überquerten, im Vergleich zu 19 Überquerungen, die am vorhergehenden Wochenende verzeichnet wurden.
Die gegensätzlichen Zahlen unterstreichen die ungleiche Auswirkung der Sicherheitsbedenken auf regionale Seewege. Während der Verkehr durch Bab el-Mandeb Anzeichen einer Erholung zeigt, bleibt die Schifffahrtsaktivität durch Hormuz stark eingeschränkt.
Jede längere Störung in der Region könnte weitreichende Folgen für den globalen Handel haben, insbesondere wenn die Energielieferungen erheblich reduziert oder die Versicherungs- und Frachtkosten steigen. Die Straße von Hormuz bleibt eine kritische Verbindung zwischen großen ölproduzierenden Ländern im Golf und den internationalen Märkten.
Für Reedereien bleibt die unmittelbare Priorität die Sicherheit der Besatzungen und Schiffe. Bis die Sicherheitsbedingungen klarer werden, werden maritime Betreiber voraussichtlich weiterhin Routen neu bewerten und die Exposition gegenüber den sensibelsten Bereichen begrenzen.
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