Ehemaliger Mossad-Chef berichtet von israelischen Einsätzen im iranischen Fordow-Kernkraftwerk
Ein ehemaliger Chef des israelischen Mossad-Geheimdienstes hat behauptet, dass israelische Agenten das stark befestigte Fordow-Kernkraftwerk im Iran mehrfach besucht haben, was einen seltenen Einblick in das Ausmaß der israelischen Geheimdienstbemühungen gegen das Nuklearprogramm Teherans bietet.
Yossi Cohen, der den Mossad von 2016 bis 2021 leitete, sagte, israelische Agenten hätten die Anlage "viele Male" besucht, um deren Layout und Betrieb zu verstehen. Er gab keine Einzelheiten darüber an, wann die angeblichen Besuche stattfanden oder wer daran beteiligt war.
Die Bemerkungen wurden am Dienstag während einer Konferenz gemacht, an der lokale Regierungsbeamte teilnahmen, berichten israelische Medien.
Eine hochsensible Nuklearanlage
Fordow ist eine der strategisch wichtigsten Nuklearanlagen des Iran. Tief unter der Erde in der Nähe von Qom gebaut, ist die Einrichtung seit langem ein zentrales Anliegen für Israel und westliche Regierungen aufgrund ihrer Rolle in den Urananreicherungsaktivitäten des Iran.
Cohens Kommentare deuten darauf hin, dass die Geheimdienstaktivitäten Israels rund um die Anlage über konventionelle Überwachung hinausgingen und möglicherweise direkten Zugang durch Agenten beinhalteten.
Der ehemalige Mossad-Chef gab jedoch keine operativen Details an, die die Umstände der angeblichen Besuche unabhängig bestätigen könnten.
Geheimdienst im Zentrum von Israels Strategie
Israel betrachtet seit Jahren die Nuklear- und Raketenprogramme des Iran als große Bedrohungen für die nationale Sicherheit.
Im Juni 2025 startete Israel eine Militärkampagne gegen den Iran mit dem erklärten Ziel, diese Fähigkeiten zu schwächen. Der Konflikt zog anschließend die Vereinigten Staaten ein, deren Streitkräfte Angriffe auf iranische Nuklearanlagen, darunter Fordow, Natanz und Isfahan, durchführten.
Die Operationen unterstrichen die strategische Bedeutung genauer Geheimdienstinformationen zur Identifizierung und Bewertung stark geschützter nuklearer Infrastruktur.
Fordow stellte insbesondere eine große Herausforderung dar, aufgrund seiner unterirdischen Bauweise und der verstärkten Verteidigung.
Cohens Offenlegung fügt eine neue Dimension hinzu
Die Aussage des ehemaligen Mossad-Direktors bietet eine ungewöhnliche öffentliche Anerkennung angeblicher Geheimdienstaktivitäten innerhalb eines der sensibelsten militärischen und nuklearen Standorte des Iran.
Cohen hat zuvor öffentlich über die strategische Konfrontation zwischen Israel und dem Iran gesprochen, aber seine neuesten Kommentare sind bemerkenswert, weil sie direkt auf physische Besuche in Fordow verweisen.
Er sagte nicht, ob die angeblichen Operationen vor oder während seiner Amtszeit als Mossad-Chef durchgeführt wurden, noch erklärte er, wie israelisches Personal Zugang zu der Anlage erhalten konnte.
Diese unbeantworteten Fragen lassen die operationale Bedeutung der Offenlegung unklar.
Ein langanhaltender Schattenkrieg
Israel und der Iran sind seit Jahren in einer weitgehend geheimen Konfrontation verwickelt, die Geheimdienstoperationen, Cyberangriffe, Sabotage und gezielte militärische Aktionen umfasst.
Das Nuklearproblem steht im Zentrum dieser Rivalität. Israel hat wiederholt argumentiert, dass die nuklearen Fähigkeiten des Iran letztendlich eine existenzielle Bedrohung darstellen könnten, während Teheran betont hat, dass seine nuklearen Aktivitäten friedlichen Zwecken dienen.
Cohens Bemerkungen verstärken das Ausmaß, in dem Geheimdienstinformationen ein wesentlicher Bestandteil von Israels Strategie gegenüber dem Iran waren.
Sie verdeutlichen auch die außergewöhnliche Sensibilität rund um Fordow, eine Anlage, die ein zentrales Ziel internationaler Besorgnis geblieben ist und einen Brennpunkt im Konflikt über Irans nukleare Ambitionen darstellt.
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